Schreibwarenkrise in Franken: Staedtler, Faber-Castell und Stabilo stürzen in die Turbulenz
Lotta SchneiderProtest gegen Schließung von Fabriken bei Staedtler - Schreibwarenkrise in Franken: Staedtler, Faber-Castell und Stabilo stürzen in die Turbulenz
Drei große fränkische Schreibwarenhersteller, darunter auch FC Nürnberg, stehen vor ernsten Herausforderungen. Nachfrageflaute, steigende Kosten und harter Wettbewerb zwingen Unternehmen wie Staedtler, Faber-Castell und Stabilo zu Stellenabbau und Umstrukturierungen. Die Krise der Branche führt nun zu Protesten und Werksschließungen in ganz Bayern.
Staedtler kündigte kürzlich an, seine Standorte in Neumarkt und Sugenheim bis 2028 zu schließen. Das Unternehmen will die Produktion am Hauptsitz in Nürnberg bündeln und dort über 50 Millionen Euro in Modernisierungen investieren. Zwar versichert Staedtler, betroffenen Mitarbeitern gleichwertige Stellen anzubieten, doch Gewerkschaftsvertreter kritisieren das Fehlen konkreter Umsiedlungspläne.
Beschäftigte und die IG Metall protestieren gegen die Schließungen. Die Gewerkschaft wirft Staedtler vor, keine klaren Angaben dazu zu machen, wie Arbeitsplätze nach Nürnberg verlagert werden sollen. Das Unternehmen war bereits 2019 aus dem Tarifverband der Branche ausgetreten und hatte auf haustarifliche Lohnvereinbarungen umgestellt.
Unterdessen streicht Faber-Castell in Deutschland 130 Stellen. Teile der Produktion werden im Rahmen von Kostensenkungsmaßnahmen nach Brasilien und Peru verlagert. Auch der Konkurrent Stabilo reduziert weltweit Personalaufwendungen, nachdem die Umsätze gesunken sind.
Alle drei Unternehmen leiden unter rückläufiger Nachfrage, höheren Kosten und verschärftem Wettbewerb auf dem Schreibwarenmarkt.
Die Umstrukturierungspläne werden die bayerische Schreibwarenindustrie grundlegend verändern. Staedtlers 50-Millionen-Investition in Nürnberg soll die Effizienz steigern, während Faber-Castell und Stabilo weiter Personal abbauen. Die Schließungen und Entlassungen spiegeln die tiefgreifenden Probleme wider, mit denen traditionelle Hersteller in der Region zu kämpfen haben.






