Scharfe Kritik an Merz und Warken: SoVD fordert radikalen Kurswechsel bei Rente und Gesundheit
Greta KleinScharfe Kritik an Merz und Warken: SoVD fordert radikalen Kurswechsel bei Rente und Gesundheit
Der Sozialverband Deutschland (SoVD) hat sowohl Bundeskanzler Friedrich Merz als auch Gesundheitsministerin Nina Warken wegen der jüngsten Renten- und Gesundheitsreformen scharf kritisiert. SoVD-Präsidentin Michaela Engelmeier verurteilte die Pläne als sozial schädlich und forderte die Regierung auf, umgehend einen Kurswechsel einzuleiten.
Auf dem Jahresempfang des Bundesverbands deutscher Banken erklärte Merz, die gesetzliche Rente werde künftig nur noch den Grundbedarf decken. Später präzisierte er seine Haltung auf dem Kongress der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) und betonte, er plane keine Kürzungen bei der gesetzlichen Rente, strebe jedoch eine Neuausrichtung der drei Rentensäulen an. Engelmeier wies dies als Versuch zurück, das Vertrauen in das System zu untergraben. Zudem bezeichnete sie seinen Vorstoß, die Arbeit der Rentenkommission vorwegzunehmen, als "völlig inakzeptabel".
Engelmeier forderte gezielte Maßnahmen zur Stärkung der gesetzlichen Rente, darunter Reformen auf dem Arbeitsmarkt und eine langfristige Anhebung des Rentenniveaus auf 53 Prozent. Zudem drängte sie die Regierung, die Grundsicherungsbeiträge aus Steuergeldern zu finanzieren, statt Leistungen zu kürzen.
In der Gesundheitspolitik lehnte der SoVD Warkens Reformvorschläge entschieden ab. Engelmeier nannte die Pläne, die beitragsfreie Mitversicherung von Ehepartnern teilweise abzuschaffen, "völlig unverständlich und sozial höchst bedenklich". Auch die Kürzungen beim Krankengeld kritisierte sie als tiefgreifend problematisch. Der Verband forderte die Bundesregierung auf, diese Vorhaben in der Kabinettssitzung am Mittwoch zu stoppen.
Die Einwände des SoVD unterstreichen die wachsenden Spannungen bei den Renten- und Gesundheitsreformen. Engelmeiers Forderungen nach steuerfinanzierten Sozialbeiträgen und einem höheren Rentenniveau stehen in direktem Widerspruch zur aktuellen Regierungslinie. Das Ergebnis der Kabinettssitzung am Mittwoch wird zeigen, ob die Pläne vorankommen oder überarbeitet werden müssen.






