Romed Baumann beendet Karriere – während Emma Aicher Deutschlands Ski-Zukunft prägt
Leon SchröderRomed Baumann beendet Karriere – während Emma Aicher Deutschlands Ski-Zukunft prägt
Romed Baumann, der 40-jährige Skirennläufer, hat nach einer zwei Jahrzehnte umspannenden Karriere seinen Rücktritt bekannt gegeben. Seine letzte Saison endete ohne eine Top-15-Platzierung, doch zuvor hatte er mit 167 Weltcup-Starts in der Abfahrt einen Rekord aufgestellt, bevor er sich verabschiedete. Unterdessen avanciert die 19-jährige Emma Aicher zu Deutschlands neuem Shootingstar: Mit zwei Siegen im Super-G in Soldeu positioniert sie sich als mögliche Rekordbrecherin in der Abfahrtsdisziplin.
Baumanns Weltcup-Karriere begann 2004 unter dem Dach des Österreichischen Skiverbands (ÖSV). Über 15 Jahre hinweg feierte er zwei Siege, acht Podestplatzierungen und gewann 2013 bei den Weltmeisterschaften im Super-Kombinationsbewerb Bronze. 2019 wechselte er jedoch zum Deutschen Skiverband (DSV) – mit der Begründung, von seinem früheren Team zu wenig Unterstützung erhalten zu haben. Der Wechsel lohnte sich: Sein größter Erfolg gelang ihm 2021 mit Silber im Super-G bei den Weltmeisterschaften in Cortina d'Ampezzo, dazu kam eine weitere Weltcup-Podestplatzierung.
Sein letzter Wettbewerb sollte ein Abschiedsrennen im heimischen Garmisch-Partenkirchen werden. Dichter Nebel zwang jedoch zur Absage, sodass die Fans keine letzte Chance hatten, ihn im Wettkampf zu erleben. Baumann gab offen zu, dass sein Körper den Anforderungen des Sports nicht mehr gewachsen sei – und beendete damit eine Karriere mit 387 Weltcup-Rennen.
Aichers Aufstieg bildet einen markanten Kontrast zu Baumanns Abschied. Die in Schweden geborene Skifahrerin wechselte mit 16 zum DSV und erweiterte ihr Repertoire über Slalom und Riesenslalom hinaus auf Abfahrt und Super-G. Ihr jüngster Doppelsieg in Soldeu bringt sie in Position, jüngste Abfahrts-Weltcupsiegerin seit Katja Seizinger zu werden. Ihr Erfolg stach besonders hervor, da die deutschen Herren zur gleichen Zeit mit Problemen kämpften: Simon Jocher belegte nur Platz 37, und Luis Vogts Saison endete vorzeitig wegen einer Verletzung.
Baumann geht mit dem Rekord für die meisten Abfahrtsstarts in den Ruhestand – eine Olympische Teilnahme in seiner letzten Saison blieb ihm jedoch verwehrt. Sein Abschied hinterlässt eine Lücke im deutschen Team, während Aichers schneller Aufstieg neue Hoffnung weckt. Die Herrenmannschaft steht hingegen nach enttäuschenden Heimauftritten vor Herausforderungen: Verletzungen und schwache Platzierungen erhöhen den Druck, sich zu verbessern.






