Renaults "Super-Hybrid" revolutioniert E-Mobilität mit 1.000 km Reichweite
Lotta SchneiderRenaults "Super-Hybrid" revolutioniert E-Mobilität mit 1.000 km Reichweite
Renault entwickelt einen "Super-Hybrid"-Antriebsstrang für seine nächste Generation mittelgroßer Elektrofahrzeuge. Das System verlängert die Reichweite auf über 1.000 Kilometer, indem es einen kleinen Benzinmotor mit einer Elektrobatterie kombiniert. Damit will der Hersteller Bedenken hinsichtlich der Ladeinfrastruktur und der langsamer als erwartet verlaufenden Verbreitung rein elektrischer Fahrzeuge ausräumen.
Die neue Plattform, deren Markteinführung für 2028 geplant ist, soll die Produktionskosten im Vergleich zur aktuellen Elektrofahrzeug-Architektur von Renault um 40 Prozent senken.
Der vorgestellte Antriebsstrang basiert auf dem Reichweitenverlängerer-System C15 des Unternehmens Horse, das erstmals auf der IAA Mobility in München im vergangenen September präsentiert wurde. Anders als bei einem herkömmlichen Hybridantrieb treibt der Benzinmotor die Räder nicht direkt an, sondern lädt die Batterie während der Fahrt nach.
Das C15-System nutzt einen kompakten 1,5-Liter-Vierzylinder-Motor mit integriertem Generator und Wechselrichter, der so klein ist, dass er in einen Aktenkoffer passt. Diese Bauweise ermöglicht eine flexible Platzierung im Fahrzeug. Renaults Produktchef Bruno Vanel erklärte, der Wandel sei eine Reaktion auf Markttendenzen, darunter das verlangsamte Wachstum bei rein batteriebetriebenen Fahrzeugen und anhaltende Bedenken hinsichtlich der Reichweitenbegrenzung.
Ursprünglich als reine Elektroplattform konzipiert, wurde die Architektur nun so angepasst, dass sie bei Bedarf auch Hybridlösungen unterstützt. Diese Anpassung zielt insbesondere auf Regionen mit begrenztem Ladenetz ab. Das erste Modell auf Basis der neuen Plattform wird eine Serienversion des Konzeptfahrzeugs Emblème sein, das weithin als Nachfolger des Mégane gilt.
In den vergangenen zwei Jahren stieg die Nachfrage nach rein elektrischen Fahrzeugen in Südeuropa um 15 bis 20 Prozent – angetrieben durch staatliche Förderprogramme in Ländern wie Italien und Spanien. Dennoch bleibt dieses Wachstum unter dem EU-Durchschnitt von 25 Prozent, wie aus den Quartalsberichten von Renault hervorgeht.
Die überarbeitete Plattform wird ab 2028 die Grundlage für Renaults kompakte und mittelgroße Elektrofahrzeuge bilden. Durch die Kombination aus erweiterter Reichweite und geringeren Produktionskosten will das Unternehmen den Übergang zur E-Mobilität erleichtern. Das erste Modell, basierend auf dem Emblème-Konzept, soll die Marktreaktion auf diesen neuen Ansatz testen.