02 April 2026, 20:05

Reiche plant radikale Reform der Solarförderung – was sich für Betreiber ändert

Eine Liniengrafik, die die monatliche Solarstromerzeugung in den Vereinigten Staaten zeigt und von begleitendem Text begleitet wird.

Reiche plant radikale Reform der Solarförderung – was sich für Betreiber ändert

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hat weitreichende Änderungen bei den deutschen Fördergeldern für erneuerbare Energien vorgeschlagen. Im Mittelpunkt stehen Photovoltaikanlagen, mit dem Ziel, die Kosten zu senken und die Netzeffizienz zu steigern. Ihre Pläne kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die sogenannten Redispatch-Maßnahmen für Solarstrom im zweiten Quartal dieses Jahres fast verdoppelt wurden.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Reiche schlägt vor, dass neue Photovoltaikanlagen ihre garantierte Einspeisevergütung verlieren. Stattdessen sollen kleine Anlagen ihren Strom direkt am Markt verkaufen. Diese Umstellung würde die aktuelle Regelung ersetzen, die vorsieht, dass neue Anlagen nur 60 Prozent ihrer Kapazität einspeisen dürfen – eine Beschränkung, die sie nun für unzureichend hält.

Zudem plant sie, die Entschädigungen für erneuerbare Energienanlagen abzuschaffen, die wegen Netzengpässen abgeschaltet werden müssen. Betreiber von Wind- und Solarparks sollen stattdessen stärker an den Kosten für den Netzausbau beteiligt werden. Ziel ist es, das Wachstum der erneuerbaren Energien besser mit dem Tempo der Netzmodernisierung in Einklang zu bringen.

Um die Effizienz zu erhöhen, setzt Reiche auf "intelligente" Photovoltaikanlagen der Zukunft. Diese sollen mit Speichern kombiniert und steuerbar sein, um den Bedarf besser zu decken. Trotz der geplanten Änderungen betonte sie, dass bestehende Anlagen ihre bisherigen Förderungen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) behalten werden.

Die Vorschläge folgen auf eine starke Leistung der erneuerbaren Energien, wobei im zweiten Quartal mindestens 97 Prozent des Ökostroms bei den Verbrauchern ankamen. Gleichzeitig stiegen die Redispatch-Maßnahmen – also die gezielte Drosselung der Einspeisung zur Vermeidung von Netzüberlastungen – in diesem Zeitraum deutlich an.

Die geplanten Reformen würden eine deutliche Wende in der deutschen Solarförderung bedeuten. Kleine Photovoltaik-Betreiber könnten bald gezwungen sein, ihren Strom selbst zu vermarkten, während die Netzkosten stärker auf die Anlagenbetreiber abgewälzt werden. Die Änderungen zielen darauf ab, das Wachstum der erneuerbaren Energien mit der Netzstabilität in Einklang zu bringen – wie viele Anlagen genau betroffen wären, bleibt jedoch noch unklar.

Quelle