21 March 2026, 02:02

Regensburger Oberärztin kämpft gegen umstrittene Kündigung wegen angeblicher Arbeitszeitmanipulation

Alte deutsche Banknote mit schwarzem Hintergrund und Text 'Rudolph Karlstadt Aktiengesellschaft Hamburg'.

Regensburger Oberärztin kämpft gegen umstrittene Kündigung wegen angeblicher Arbeitszeitmanipulation

Eine leitende Oberärztin in Regensburg wehrt sich gegen ihre Kündigung, nachdem der Freistaat Bayern ihr vorwirft, Arbeitszeiten manipuliert zu haben. Der Fall sorgt für Aufsehen, da der Arbeitgeber mehrere verfahrensrechtliche Fehler begangen hat – darunter verpasste Fristen und unklare Zuständigkeiten bei der Entlassung.

Der Streitfall ist kein Einzelfall: In den vergangenen Jahren gab es ähnliche Kontroversen an anderen bayerischen Universitätskliniken.

Die Ärztin, die am Universitätsklinikum Regensburg beschäftigt ist, hatte während ihres bezahlten Urlaubs an einer Dienstbesprechung teilgenommen. Ihr Arbeitgeber warf ihr später vor, im Anschluss unberechtigt zusätzliche bezahlte Stunden abgerechnet zu haben. Sie bestreitet die Vorwürfe und legte eine detaillierte Zeitleiste ihrer Tätigkeiten vor. Der Freistaat argumentiert jedoch, dass einige Zeugen sich nicht an die entsprechenden Gespräche erinnern könnten.

Ursprünglich strebte der Freistaat eine fristlose Kündigung an und begründete dies mit vorsätzlichem Betrug. Das Gericht kritisierte jedoch, dass der Arbeitgeber das Problem nicht zuvor in einem Gespräch geklärt hatte. Die Kündigung wurde später in eine ordentliche Umgewandelt, doch die verfahrensrechtlichen Mängel blieben bestehen. Dazu gehörten vermutlich die Versäumung der zweiwöchigen Frist für eine fristlose Entlassung sowie Unklarheiten darüber, wer überhaupt befugt war, die Kündigung auszusprechen.

Die Ärztin lehnte ein Abfindungsangebot ab und besteht darauf, ihren Arbeitsplatz zu behalten. Der Freistaat hingegen hält daran fest, dass ein nachgewiesener Betrug eine sofortige Entlassung rechtfertigen würde.

Der Fall reiht sich in zwei weitere viel beachtete Streitigkeiten an bayerischen Unikliniken ein: Im Mai 2024 wurde ein Arzt der LMU München wegen angeblich gefälschter Arbeitszeiten entlassen, im November 2025 geriet eine Pflegekraft in Regensburg in einen ähnlichen Konflikt. Beide Fälle waren von verfahrensrechtlichen Fehlern und umstrittenen Kündigungsgründen geprägt.

Nun muss das Arbeitsgericht Regensburg entscheiden, ob die Kündigung Bestand hat. Der Fall wirft ein Schlaglicht auf wiederkehrende Probleme bei der Behandlung von Arbeitskonflikten in bayerischen Universitätskliniken. Sollte die Ärztin Recht bekommen, könnte dies einen Präzedenzfall für künftige Klagen gegen fristlose Kündigungen im öffentlichen Gesundheitssektor schaffen.

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