03 March 2026, 21:14

Razzien in München: 57 Betriebe wegen Lohnbetrugs und Schwarzarbeit überprüft

Eine Karte der Vereinigten Staaten, die die Mindestlohngesetze nach Bundesstaaten anzeigt, farbcodiert von hellblau bis dunkelblau, wobei das höchste Mindestlohn in hellblau dargestellt ist, und der Text "US-Staat Mindestlohngesetze aktualisiert am 1. Januar 2023" oben und unten.

Mehr als 100 Unregelmäßigkeiten bei der Mindestlohnzahlung - Razzien in München: 57 Betriebe wegen Lohnbetrugs und Schwarzarbeit überprüft

Deutsche Behörden haben die Kontrollen von Unternehmen verschärft, die im Verdacht stehen, gegen Arbeitsgesetze zu verstoßen. Im Jahr 2024 wurden rund 25.300 Betriebe auf Schwarzarbeit und Sozialversicherungsbetrug überprüft. Erste Zahlen für 2025 zeigen einen leichten Anstieg: Bisher standen etwa 25.800 Arbeitgeber unter der Lupe.

Bei einer jüngsten Razzia in München wurden 57 Unternehmen aus verschiedenen Branchen ins Visier genommen. Friseursalons, Hotels, Transportfirmen und Bauunternehmen erhielten unangekündigte Besuche. Über 150 Beschäftigte wurden zu ihrem Lohn und ihren Arbeitsbedingungen befragt.

Die Prüfer deckten mehr als 100 Fälle auf, in denen Arbeiter unter dem gesetzlichen Mindestlohn von 13,90 Euro pro Stunde bezahlt wurden. Bei rund 30 dieser Fälle handelte es sich um klare Verstöße gegen die Lohnvorschriften. Zudem kamen 50 Fälle nicht abgeführter Sozialabgaben ans Licht.

Die Aktion förderte auch illegale Beschäftigungspraktiken zutage: 23 ausländische Arbeitskräfte waren ohne gültige Genehmigung beschäftigt. Vier Fälle von Scheinselbstständigkeit – bei denen Arbeiter fälschlich als Freiberufler eingestuft wurden – wurden ebenfalls aufgedeckt.

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Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) hat ihre Überwachung besonders in Branchen mit bekanntem Ausbeutungsrisiko intensiviert. Zwar stieg die Zahl der Kontrollen 2025 leicht an, doch die Behörden behalten die Einhaltung der Arbeitsvorschriften weiterhin im Blick.

Die Inspektionen offenbarten weitverbreitete Verstöße – von unterbezahlten Mitarbeitern bis hin zu vorenthaltenen Sozialleistungen. Mit über 150 befragten Arbeitnehmern und Dutzenden bestätigten Vergehen dürften die Behörden ihre Durchsetzungsmaßnahmen ausweiten. Die Ergebnisse unterstreichen die anhaltenden Herausforderungen, faire Arbeitsbedingungen in Schlüsselbranchen zu gewährleisten.