03 March 2026, 09:32

OZG 2.0: Wie Deutschlands Verwaltung endlich durchgängig digital wird – oder scheitert

Ein altes Europa-Karte aus dem frühen 20. Jahrhundert, das den Umfang der Europäischen Union zeigt, mit begleitendem Text.

OZG 2.0: Wie Deutschlands Verwaltung endlich durchgängig digital wird – oder scheitert

Deutschlands Vorstoß zur Digitalisierung öffentlicher Dienstleistungen kommt voran – wenn auch mit Hindernissen. Mit dem aktualisierten Onlinezugangsgesetz (OZG 2.0) soll die Verwaltung so modernisiert werden, dass Bürger:innen Anträge vollständig online erledigen können – ohne Formulare oder persönliche Vorsprache. Doch regionale Unterschiede und Widerstand gegen Veränderungen bremsen den Fortschritt weiterhin aus.

Das erste Onlinezugangsgesetz (OZG) hatte zwar rund 1.500 Dienstleistungen digitalisiert, doch viele davon liefen in separaten, inkompatiblen Systemen. OZG 2.0 setzt nun auf eine echte durchgängige Digitalisierung: Online-Anträge sollen von Beginn bis Ende vollständig digital in den Behörden bearbeitet werden. Ein zentraler Ansatz ist das "Einer-für-Alle"-Prinzip (EfA), bei dem Bund, Länder und Kommunen bewährte digitale Lösungen gemeinsam nutzen, statt eigene Systeme zu entwickeln.

Die Umsetzung schreitet jedoch nur schrittweise voran. Bis Anfang 2026 waren seit Januar 2025 erst neun vollständig digitalisierte Dienstleistungen hinzugekommen. Ein Beispiel ist die gemeinsame Initiative von Bund, Bayern und Hessen, die fünf besonders nachgefragte Services – wie Online-Ummeldung, Führerscheine oder Baugenehmigungen – ausrollt und dabei lokale Behörden mit Support-Teams unterstützt. Ein weiteres Projekt ist das Programm "Aufenthalt Digital", das mithilfe von KI Aufenthaltstitel in Pilotregionen in Brandenburg, Sachsen, Baden-Württemberg, Niedersachsen, Bayern und Hessen bearbeitet.

Auch andere Bundesländer machen Fortschritte: Schleswig-Holstein bietet die elektronische Meldebestätigung flächendeckend an, Brandenburg hat sein Angebot auf 204 OZG-Dienstleistungen ausgeweitet und vertieft die Zusammenarbeit zwischen Land und Kommunen. Im Kreis Steinburg werden digitale Bauanträge bereits genutzt.

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Neben Effizienzsteigerungen zielt die Digitalisierung darauf ab, die Abhängigkeit von US-Tech-Konzernen zu verringern. Digitale Souveränität wird zunehmend zur Priorität – sowohl für die europäische Identität als auch für die Modernisierung des öffentlichen Sektors. Doch die Umstellung tief verwurzelter bürokratischer Strukturen erweist sich als schwieriger als in der Privatwirtschaft.

OZG 2.0 will die Verbesserungen im Hintergrund für Bürger:innen sichtbar machen und zersplitterte Lösungen verhindern. Das "Einer-für-Alle"-Modell fördert zwar die Zusammenarbeit, doch die Umsetzung bleibt uneinheitlich. Während immer mehr Dienstleistungen online gehen, liegt der Fokus darauf, Abhängigkeiten abzubauen und digitale Prozesse nahtlos von Anfang bis Ende funktionieren zu lassen.