Oberbürgermeister Reiter in der Kritik: FC-Bayern-Posten wirft rechtliche Fragen auf
Leon SchröderKritik an Reiter wegen FC Bayern-Job - Oberbürgermeister Reiter in der Kritik: FC-Bayern-Posten wirft rechtliche Fragen auf
Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter gerät wegen seiner jüngsten Berufung in den Verwaltungsrat des FC Bayern München unter Druck. Der Schritt stößt bei politischen Gegnern auf Kritik, während Rechtsexperten infrage stellen, ob das Amt mit den Vorschriften für öffentliche Ämter vereinbar ist. In dieser Woche wird der Stadtrat auf Antrag der Linksfraktion über die Angelegenheit debattieren.
Reiter übernahm Anfang Februar 2026 den unentgeltlichen Vorsitz im Verwaltungsrat des FC Bayern München. Nach bayerischem Recht müssen Beamte für Nebeneinkünfte ab 10.000 Euro jährlich – selbst wenn es sich um unbezahlte Tätigkeiten handelt – eine Genehmigung einholen, um mögliche Interessenkonflikte zu vermeiden. Juristen argumentieren inzwischen, dass Reiters Position wahrscheinlich unter diese Regelung fällt, auch wenn eine nachträgliche Genehmigung nicht mehr möglich ist. Die Stadt hat daraufhin eine offizielle Prüfung eingeleitet, um die rechtlichen und tatsächlichen Auswirkungen seiner Rolle zu bewerten.
Die Kontroverse kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Reiter für seine Wiederwahl am kommenden Wochenende kämpft – Umfragen sehen ihn klar vor den Kandidaten von Grünen und CSU. Kritiker, darunter die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP), behaupten, dass das wirtschaftliche Gewicht des FC Bayern München und dessen enge Verbindungen zu München einen grundsätzlichen Interessenkonflikt darstellen. Reiter, der sich seit seiner Kindheit als leidenschaftlicher Fan bezeichnet und den Verein stets als seine "geliebte" Mannschaft bezeichnet hat, betont, dass sein Engagement einwandfrei sei.
Die Stadtratsdebatte am Mittwoch wird klären, ob Reiters Tätigkeit für den FC Bayern München gegen kommunale Vorschriften verstößt. Je nach rechtlicher Bewertung könnte die Entscheidung Auswirkungen auf seine aktuelle Amtszeit oder eine mögliche zukünftige Kandidatur haben. Das Ergebnis könnte zudem einen Präzedenzfall dafür schaffen, wie bayerische Amtsträger künftig ihre öffentlichen Pflichten mit prominenten externen Positionen in Einklang bringen.






