Nach 350 Jahren schließt ein Cadolburger Traditionsbetrieb seine Pforten
Mia KochNach 350 Jahren schließt ein Cadolburger Traditionsbetrieb seine Pforten
Traditionsbetrieb in Cadolzburg schließt nach fast 350 Jahren
Der Metallverarbeitungsbetrieb Croner Präzisionsformen in Cadolzburg wird bis 2026 seine Tore schließen. Das auf geometrischen Formen und Vorrichtungen spezialisierte Unternehmen, das einst Branchen von der Automobilindustrie bis zur Kosmetikherstellung belieferte, kämpft seit Langem mit globaler Konkurrenz und finanziellen Belastungen.
Die Wurzeln des Unternehmens reichen bis ins Jahr 1685 zurück, als Paul Croner den Titel eines Schmiedemeisters erlangte. Über Generationen blieb die Familie dem Metallhandwerk verbunden. 1988 gründete Siegfried Croner das Unternehmen Croner Formen und Vorrichtungen, das seine Söhne Matthias und Wolfgang 1996 übernahmen und in Croner Präzisionsformen GmbH umbenannten.
Im Laufe der Zeit mehrten sich die Herausforderungen. Geschäftsführer Wolfgang Croner verwies auf die Schwierigkeiten, als kleiner handwerklich geprägter Betrieb in einer von Großserienproduktion dominierten Branche zu bestehen. Billigimporte aus Asien sowie Konkurrenz aus Standorten in Portugal und Tschechien verschärften den Druck. In den letzten Monaten verschlechterte sich die finanzielle Lage weiter, sodass die Entscheidung zum schrittweisen Rückzug unausweichlich wurde.
Der Schließungsprozess begann Anfang 2025; der Standort in Cadolzburg soll bis 2026 vollständig geschlossen werden. Das Unternehmen hatte Kunden in verschiedenen Sektoren bedient, darunter Automobilbau, Medizintechnik, Spielwaren, Elektroindustrie und Kosmetikherstellung.
Das Aus markiert das Ende eines Familienbetriebs mit über 300-jähriger Geschichte. Croner Präzisionsformen wird bis 2026 die Produktion einstellen und hinterlässt ein Erbe in der Präzisionsmetallverarbeitung. Die Entscheidung folgt auf Jahre finanzieller Anspannung und die Unfähigkeit, mit der Skala globaler Konkurrenten mitzuhalten.






