11 March 2026, 22:05

Münchner Startup revolutioniert Geothermie mit Elektroimpuls-Bohrungen

Eine Liniengrafik, die die geothermisch erzeugte elektrische Energie von 2021 bis 2022 zeigt, mit begleitendem beschreibendem Text.

Münchner Startup revolutioniert Geothermie mit Elektroimpuls-Bohrungen

Münchner Startup Telura treibt geothermische Bohrungen mit neuem Ansatz voran

Das in München ansässige Startup Telura setzt auf eine innovative Methode im Bereich der Geothermie-Bohrungen. Gemeinsam mit SPRIND, der Bundesagentur für Sprunginnovationen, testet das Unternehmen seine Elektroimpuls-Technologie nun unter realen Bedingungen. Dies geschieht vor dem Hintergrund einer wachsenden Nachfrage nach sauberer, grundlastfähiger Energie – insbesondere durch den hohen Strombedarf von KI-Rechenzentren –, die das Interesse an tiefen Geothermie-Lösungen neu belebt.

Gegründet wurde Telura von Philipp Engelkamp und Andrew Welling, die Erfahrung in den Bereichen Energiewende und Hardware-Entwicklung mitbringen. Ihr Fokus liegt darauf, eine der größten Hürden der Geothermie zu überwinden: das Bohren. Herkömmliche Bohrmeißel stoßen in extremen Tiefen an ihre Grenzen und verschleißen schnell durch Hitze und Druck. Teluras Methode setzt stattdessen auf Hochspannungs-Elektroimpulse, die das Gestein von innen aufbrechen – ganz ohne mechanische Belastung.

Ende 2025 sicherte sich das Startup in einer Pre-Seed-Finanzierungsrunde 4 Millionen Euro, unter anderem von Nucleus Capital, First Momentum Ventures und Possible Ventures. Ziel ist es, die Nutzung von superheißem Gestein für die Geothermie zu erschließen – eine riesige, bisher kaum genutzte Ressource. Der Erdkern mit Temperaturen von rund 5.000 °C bietet nahezu unbegrenzte Wärme, doch ihre effiziente Erschließung bleibt eine Herausforderung.

Teluras Technologie zielt auf geschlossene Geothermie-Systeme (CLGS) ab, die Umweltrisiken verringern und Genehmigungsverfahren vereinfachen. Bis März 2026 werden mindestens fünf weitere europäische Unternehmen – darunter Eavor in Deutschland, der EU-Zweig von Quaise Energy und das britische GreenFire Energy – ebenfalls alternative Tiefenbohr-Verfahren testen. Dazu gehören Plasmaimpuls-, Millimeterwellen- und überkritische Fluid-Technologien, die alle herkömmliche mechanische Bohrungen ersetzen sollen.

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Die Initiativen spiegeln einen breiten Aufschwung in der Geothermie-Innovation wider. Unternehmen wie die europäischen Partner von Fervo Energy oder das niederländische Startup Terrapin arbeiten mit Hochdruck an skalierbaren Lösungen. Angesichts des steigenden Bedarfs an zuverlässiger Grundlast durch KI-Infrastrukturen gewinnt Geothermie als stabile, CO₂-freie Energiequelle zunehmend an Bedeutung.

Die Zusammenarbeit mit SPRIND markiert für Telura einen entscheidenden Schritt, um die Elektroimpuls-Bohrung unter Feldbedingungen zu validieren. Bei Erfolg könnte die Technologie den Zugang zu tieferen, heißeren Geothermie-Reserven in ganz Europa erleichtern. Mit mehreren Konkurrenten, die alternative Methoden vorantreiben, entwickelt sich der Sektor rasant – hin zu effizienteren und weniger zerstörerischen Wegen, die Erdwärme zu nutzen.

Quelle