13 March 2026, 16:03

Münchens neue Kampagne Sichere Fahrten soll ÖPNV-Nutzer besser schützen – doch reicht das?

Ein Plakat mit einem Zug auf Schienen und einigen Menschen in der Nähe, der Text lautet "Das amerikanische Arbeitsprogramm wird den Zugang zu erschwinglichem öffentlichen Verkehr erweitern."

"Safe on the go" im Zug - Videos sollen informieren - Münchens neue Kampagne Sichere Fahrten soll ÖPNV-Nutzer besser schützen – doch reicht das?

München startet neue Sicherheitskampagne Sichere Fahrten für mehr Schutz im ÖPNV

München hat eine neue Sicherheitsoffensive mit dem Namen Sichere Fahrten gestartet, um die Sicherheit im öffentlichen Nahverkehr zu verbessern. Die Initiative kommt zu einer Zeit, in der die Sorgen um die Fahrgastsicherheit – insbesondere bei jungen Frauen – zunehmen. Nun werden in U-Bahnen und S-Bahnen Videos und Notfallhilfen beworben, die Menschen in bedrohlichen Situationen unterstützen sollen.

Im Rahmen der Kampagne Sichere Fahrten werden Lehrvideos in U-Bahn- und Regionalbahn-Zügen gezeigt. Die Clips erklären, wie Notrufmelder und andere Sicherheitseinrichtungen auf den Bahnhöfen zu nutzen sind. Kritiker monieren jedoch, dass die Videos die besonders gefährdeten Gruppen, wie junge Frauen, nicht deutlich genug ansprechen.

Über 15.000 Kameras überwachen Bahnhöfe und Züge im Netz des Münchner Verkehrs- und Tarifverbunds (MVV). Zudem sind entlang der Bahnsteige Notrufmelder installiert, über die Fahrgäste direkt Hilfe anfordern können. Die Münchner Polizei erreicht nach eigenen Angaben Einsatzorte im ÖPNV im Durchschnitt innerhalb von vier Minuten.

Trotz dieser Maßnahmen zeigen aktuelle Umfragen weiterhin Besorgnis: Nur 26 Prozent der jungen Frauen fühlen sich nachts an Haltestellen sicher. Zudem geben 28 Prozent an, bereits sexuelle Belästigung in öffentlichen Verkehrsmitteln erlebt zu haben. Die Behörden betonen, dass ziviles Eingreifen eine zentrale Rolle für die Sicherheit spielt, und rufen Fahrgäste dazu auf, wachsam zu bleiben und im Notfall zu handeln.

Weitere Informationen bietet die Kampagne auf den Websites ihrer Partner an, wo detaillierte Anleitungen zur Nutzung der in den Videos gezeigten Sicherheitstools zu finden sind.

Ziel der Initiative Sichere Fahrten ist es, das Vertrauen in den Münchner Nahverkehr zu stärken. Mit Kameras, Notrufmeldern und schnelleren Polizeieinsatzzeiten arbeitet die Stadt daran, Sicherheitslücken zu schließen. Dennoch bleiben Herausforderungen – vor allem darin, gefährdete Fahrgastgruppen auch nachts besser zu schützen.

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