Münchens Justizpalast öffnet nach sechs Jahren Verzögerung – doch die Probleme bleiben
Lotta SchneiderMünchens Justizpalast öffnet nach sechs Jahren Verzögerung – doch die Probleme bleiben
Münchens lang ersehnter Justizkomplex soll im Juli endlich eröffnet werden – sechs Jahre später als geplant
Ursprünglich mit Baukosten von 400 Millionen Euro genehmigt, wurde das Projekt immer wieder von Verzögerungen und Baumängeln geplagt. Doch selbst zum offiziellen Starttermin wird keines der 54 Gerichtssäle sofort nutzbar sein.
Das 40.000 Quadratmeter große Gebäude, das Platz für 1.300 Juristen bieten soll, leidet seit Baubeginn unter schwerwiegenden Problemen. Feuchtigkeitsschäden, handwerkliche Mängel und Lieferkettenengpässe – verschärft durch die Pandemie und den Krieg in der Ukraine – verzögerten die Fertigstellung immer wieder. Selbst grundlegende Elemente wie der Gefangenenzugang wurden fehlerhaft errichtet, was teure Nachbesserungen nötig machte – etwa den Austausch des Tores zur Tiefgarage.
Noch läuft die Untersuchung, wer für die Mängel verantwortlich ist. Der Freistaat Bayern hat bereits klargestellt, dass er die Mehrkosten nicht tragen wird, und drängt auf eine außergerichtliche Einigung mit den beteiligten Bauunternehmen. Scheitern die Verhandlungen, bleibt eine Klage möglich. Mehrere Firmen könnten zudem mit fünfstelligen Schadensersatzforderungen für die notwendigen Reparaturen konfrontiert werden.
Bis zur Eröffnung wird das Justizzentrum bereits mehrere Fristen verpasst haben. Trotz der offiziellen Einweihung steht der volle Betrieb des Gebäudes also noch aus.
Die problematische Inbetriebnahme des Justizkomplexes zwingt die Verantwortlichen nun, finanziellen Ausgleich von den Verursachern zu fordern. Da zum Start keine Gerichtssäle nutzbar sind, bleibt die volle Funktionsfähigkeit der Einrichtung vorerst in der Schwebe. Der Fokus des Landes liegt nun darauf, die entstandenen Kosten zurückzuholen und sicherzustellen, dass das Gebäude irgendwann seinen eigentlichen Zweck erfüllt.






