Münchens erster grüner OB: Dominik Krause macht Geschichte mit klarem Wahlsieg
Greta KleinMünchens erster grüner OB: Dominik Krause macht Geschichte mit klarem Wahlsieg
Dominik Krause ist nach seinem Sieg in der Stichwahl am Sonntag Münchens erster grüner und offen schwuler Oberbürgermeister. Der 35-jährige Physiker sicherte sich 56,4 Prozent der Stimmen und besiegte damit den SPD-Amtsinhaber Dieter Reiter. Sein Amtsantritt ist für den 11. Mai 2026 vorgesehen – der vorläufige Höhepunkt einer politischen Karriere, die mit einer prägenden Begegnung mit rechtsextremer Gewalt begann.
Krauses Weg in die Politik begann 2009 während seines Zivilersatzdienstes. Der Anblick eines Neonazi-Aufmarsches vor einer Flüchtlingsunterkunft hinterließ bei ihm tiefe Spuren. Diese Erfahrung veranlasste ihn, sich der Antiextremismus-Initiative "München ist bunt" anzuschließen und später der Partei Bündnis 90/Die Grünen beizutreten.
Schon 2014, mit nur 23 Jahren, zog er während seines Physikstudiums an der Technischen Universität München in den Stadtrat ein. 2016 wurde er stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen, zwei Jahre später Stellvertreter von Katrin Habenschaden. 2023, mit 30, folgte schließlich die Berufung zum Zweiten Bürgermeister.
Sein Wahlkampf konzentrierte sich auf Wohnungsbau und Verkehr. Krause plant den Bau von 50.000 neuen Wohnungen durch Neubauten, Nachverdichtung und die Umwandlung von Büroräumen. Im Verkehr setzt er auf eine Umverteilung des Straßenraums zugunsten von Fußgängern und Radfahrern. Bekannt für seine ökologische Haltung, kündigte er an, die meisten dienstlichen Termine mit dem Fahrrad zu erledigen.
Krause sorgte aber auch mit provokanten Aussagen für Schlagzeilen. In einem Interview bezeichnete er das Oktoberfest als "größte Freiluft-Drogenmeile der Welt" – eine Äußerung, die bei den Veranstaltern auf Kritik stieß. Dennoch setzte sich sein politischer Aufstieg fort und gipfelte nun im Bürgermeisteramt.
Mit Krauses Wahl vollzieht München einen Führungswechsel: Zum ersten Mal stellt die grüne Partei den Oberbürgermeister. Seine Politik in den Bereichen Wohnen, Verkehr und Extremismusprävention wird die Stadt in den kommenden Jahren prägen. Zudem bleibt er stellvertretender Vorsitzender der Initiative "München ist bunt".






