"Miss Germany" 2026: Wenn Unternehmerinnen und Wissenschaftlerinnen die Bühne stürmen
Mia Koch"Wir atmen auch durch die Nase" - "Miss Germany" mit Kopftuch - "Miss Germany" 2026: Wenn Unternehmerinnen und Wissenschaftlerinnen die Bühne stürmen
Deutschland krönt an diesem Wochenende seine neue "Miss Germany" – in einem Wettbewerb, der sich längst von klassischen Schönheitswettbewerben verabschiedet hat. Die neun Finalistinnen sind Unternehmerinnen, Wissenschaftlerinnen oder Führungskräfte und verkörpern damit einen Wandel hin zur Würdigung beruflicher Erfolge. Unter ihnen sind Frauen, die für ihre Herausforderung veralteter Vorstellungen von deutscher Identität Kritik einstecken mussten.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht heute die Suche nach zukünftigen DAX-Vorständinnen und erfolgreichen Gründerinnen. Zu den diesjährigen Teilnehmerinnen zählen eine Biologin, eine Pressesprecherin der Bundeswehr und eine Ärztin, die im Bereich KI-gestützter Gesundheitsversorgung arbeitet.
Die "Miss Germany" 2026 teilt ihre neun Finalistinnen in drei Kategorien ein: "Female Founder" (Gründerinnen), "Female Leader" (Führungskräfte) und "Female Mover" (Vorreiterinnen). Jede Kategorie würdigt Frauen, die in Wirtschaft, Führung oder männlich dominierten Branchen herausragen.
In der Gruppe "Female Founder" führt Abina Ntim JONA Curly Hair Care, ein Unternehmen für Pflegeprodukte für afrotexturiertes Haar. Amelie Reigl leitet ein Biotech-Start-up, das im Labor gezüchtete Haut entwickelt. Die 27-jährige Berliner Unternehmerin Büsra Sayed gründete Caramella, ein Modelabel für bescheidene Mode, das sich an Frauen mit Hijab richtet. Seit ihrer Teilnahme am Wettbewerb ist Sayed rassistischen Hasskommentaren ausgesetzt, betont aber, sie sei stolz darauf, deutsche Identität neu zu definieren – und veraltete Klischees zu widerlegen.
Die Kategorie "Female Leader" umfasst Amina Ben Bouzid, eine 28-Jährige aus Wiesbaden, die Frauen geführte Marken beim Wachstum unterstützt. Wie Sayed erntet sie Kritik für ihr Hijab-Tragen, sieht ihre Teilnahme aber als Chance, andere zu inspirieren. Anne Bäumler, eine weitere Finalistin, leitet bei der Drogeriekette dm ein Team von über 800 Mitarbeitenden. Paula Daub, Vertriebschefin eines Beauty-Tech-Start-ups, komplettiert die Gruppe.
Die "Female Mover" brechen Barrieren in männlich geprägten Bereichen auf. Stephie Braun setzt sich für mehr Repräsentation in kreativen Berufen ein. Die amtierende Titelträgerin, die Ärztin Dr. Valentina Busik, nutzt KI, um die Digitalisierung im Gesundheitswesen voranzutreiben.
Sowohl Sayed als auch Ben Bouzid wehren sich gegen Vorwürfe, sie seien "nicht deutsch genug". Ihre Erfolge und ihr Engagement, so argumentieren sie, beweisen das Gegenteil.
Die Siegerin der "Miss Germany" 2026 wird bei der Finalgala an diesem Wochenende bekannt gegeben. Der Wettbewerb setzt mit seinem neuen Konzept auf berufliche Leistung statt auf klassische Schönheitsideale. Mit Finalistinnen aus unterschiedlichen Hintergründen will die Veranstaltung zeigen, was es heute bedeutet, das moderne Deutschland zu repräsentieren.






