26 March 2026, 06:04

Magnus Midtbøs Matterhorn-Solo ohne Erfahrung löst Debatte über Risikobereitschaft aus

Schwarze und weiße Illustration von Menschen, die einen Berg besteigen, einer hält einen Stock, mit Text unten: "Bergsteigen - The Illustrated London News".

Magnus Midtbøs Matterhorn-Solo ohne Erfahrung löst Debatte über Risikobereitschaft aus

Ein YouTube-Video des norwegischen Kletterers Magnus Midtbø, der den Matterhorn ohne Erfahrung oder Führung bezwingt, hat eine breite Debatte ausgelöst. Die Aufnahme, die bereits 2,7 Millionen Mal aufgerufen wurde, stößt bei Bergsport-Experten auf scharfe Kritik, die vor den Gefahren einer durch soziale Medien angetriebenen Abenteuerlust warnen. Rettungskräfte und Bergsteigerverbände äußern zunehmend Bedenken über einen wachsenden Trend, bei dem unvorbereitete Kletterer ihr Leben für Online-Aufmerksamkeit riskieren.

Magnus Midtbø, ein bekannter Kletterer, wagte den Aufstieg am Matterhorn – obwohl er keine Erfahrung im Hochgebirge besaß. Sein Solo-Aufstieg, den er in einem viral gegangenen Video dokumentierte, wird von Fachleuten scharf verurteilt. Christoph Pirchmoser vom Österreichischen Alpenverein bezeichnete die Aktion als leichtsinnig und betonte, Midtbø habe Glück gehabt, nicht schwer verletzt oder sogar getötet worden zu sein.

Die Beliebtheit des Videos weckt Befürchtungen vor Nachahmungstaten. Roland Ampenberger von der Bergwacht Bayern argumentiert, soziale Medien würden Hedonismus und Selbstinszenierung im Bergsport fördern. Er warnt davor, dass solche Inhalte andere dazu verleiten könnten, unnötige Risiken ohne ausreichende Vorbereitung einzugehen.

Rettungsdienste verzeichnen einen Anstieg von Notfällen mit unerfahrenen Bergsteigern. Zwar liegen keine bundesweiten genauen Zahlen vor, doch Daten aus dem Sommer 2025 zeigen Rekord-Einsätze am Zugspitzgebiet mit Tausenden Rettungsaktionen. Anjan Truffer von Air Zermatt erklärt, der Konsum sozialer Medien treibe Menschen zu immer riskanterem Verhalten in den Bergen.

Alpinvereine versuchen, dem Trend mit Aufklärungsarbeit in sozialen Medien entgegenzuwirken – mit unterschiedlichem Erfolg bei verschiedenen Altersgruppen. Stefan Winter vom Deutschen Alpenverein relativiert die Idee eines neuen Trends und bezeichnet Influencer eher als Adrenalin-Jäger denn als Teil einer breiten Bewegung. Dennoch unterstreichen wiederholte Rettungseinsätze nach ähnlichen spektakulären Aktionen die anhaltenden Gefahren.

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Die Kontroverse um Midtbøs Aufstieg rückt den Einfluss sozialer Medien auf den Bergsport in den Fokus. Experten betonen weiterhin die Bedeutung von fundierter Ausbildung und Vorsicht, da unvorbereitete Kletterer die Rettungskräfte überlasten. Angesichts viraler Inhalte, die immer mehr Menschen zu gefährlichen Touren verleiten, fordern Behörden ein größeres Bewusstsein für die realen Risiken.

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