Kommunalwahlen in Bayern: CSU verliert, AfD legt zu – Stichwahlen entscheiden Großstädte
Leon SchröderKommunalwahlen in Bayern: CSU verliert, AfD legt zu – Stichwahlen entscheiden Großstädte
In Bayern fanden am Sonntag Kommunalwahlen statt, bei denen fast 10,1 Millionen wahlberechtigte Bürger über mehr als 4.000 Ämter entschieden. Die Wahllokale öffneten um 8 Uhr für die lokalen Abstimmungen, darunter Bürgermeister-, Gemeinderats- und Kreistagswahlen. Die Wahl gilt als wichtiger Stimmungstest für Ministerpräsident Markus Söder und seine CSU-Freie Wähler-Koalition.
Bei dieser Wahl galten neue Regeln: Die bisherige Altersgrenze von 67 Jahren für hauptamtliche Bürgermeister- oder Landratskandidaten wurde aufgehoben. Zudem werden künftig mehr Bürgermeisterstellen zu professionellen Vollzeitpositionen. Wahlberechtigt blieben weiterhin nur volljährige Erwachsene.
Erste Ergebnisse zeigten gemischte Bilanzen für die großen Parteien in den Großstädten. In München verlor der amtierende SPD-Bürgermeister Dieter Reiter im Vergleich zu 2020 deutlich an Zustimmung – von 47,9 auf 35,6 Prozent – und muss sich nun in einer Stichwahl gegen den Grünen-Kandidaten Dominik Krause (29,5 Prozent) behaupten. Nürnbergs CSU-Amtsinhaber Marcus König erreichte 46,0 Prozent, trifft aber in der zweiten Runde auf den SPD-Herausforderer Ahmed Nasser (26,5 Prozent). In Augsburg kam die CSU-Bürgermeisterin Eva Weber auf 34,0 Prozent und zieht damit in die Stichwahl gegen den SPD-Kandidaten Florian Freund (19,9 Prozent) ein.
Landesweit verlor die CSU im Vergleich zu den letzten Wahlen und kam auf 32,5 Prozent (2020: 34,5 Prozent). Die AfD verzeichnete dagegen die größten Zugewinne und erreichte 12,2 Prozent.
Die Ergebnisse könnten den Druck auf Söder innerhalb der CSU erhöhen, angesichts des Rückgangs der Partei. Über die Bürgermeisterposten in München, Nürnberg und Augsburg werden nun Stichwahlen entscheiden. Der Aufstieg der AfD markiert eine spürbare Verschiebung in der bayerischen Politiklandschaft.