Goslar testet Tempo 30 in Ohlhof – kann das Unfallzahlen senken?
Goslar führt ab 9. April eine sechsmonatige Testphase für eine Tempo-30-Zone im Stadtteil Ohlhof ein. Der Schritt folgt auf jahrelange Verkehrsprobleme, darunter 12 Unfälle und 18 Beinahe-Unfälle, die zwischen 2023 und 2025 registriert wurden. Anwohner:innen und der Stadtrat hatten sich für die Maßnahme eingesetzt, um die Sicherheit und Lebensqualität zu verbessern.
Das Pilotprojekt umfasst die Straßen Ohlhofbreite und Kurt-Schumacher-Allee, wobei die Regel "Rechts vor Links" standardmäßig gilt. Während der Testphase werden weder Blitzer noch andere Kontrollen eingesetzt. Stattdessen setzt die Stadt auf regelmäßige Verkehrsbeobachtungen, um das Fahrverhalten zu überwachen.
Ziel ist es, die Geschwindigkeiten so zu senken, dass nicht mehr als 15 Prozent der Fahrzeuge schneller als 36 km/h fahren (der sogenannte V85-Wert). Bei Erfolg könnte die Tempo-30-Beschränkung dauerhaft eingeführt werden. Die Unterstützung für das Projekt wuchs, nachdem im vergangenen Jahr 238 Anwohner:innen eine Petition für verkehrsberuhigende Maßnahmen unterzeichnet hatten. Sowohl der Ohlhof-Nachbarschaftsverein als auch der Stadtrat befürworten die Initiative.
Daten der letzten drei Jahre zeigten anhaltende Probleme in dem Gebiet, was den Rat zum Handeln veranlasste. Mit dem Versuch soll getestet werden, ob geringere Geschwindigkeiten die Unfallzahlen reduzieren und die Straßen für Fußgänger:innen und Radfahrer:innen sicherer machen können.
Die Testphase läuft bis Oktober, wobei die Stadt Daten sammelt, um die Wirksamkeit zu bewerten. Werden die Ziele zur Geschwindigkeitsreduzierung erreicht, könnte die Zone langfristig bestehen bleiben. Der Ausgang hängt von der Akzeptanz der Autofahrer:innen und den Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit im Stadtteil ab.






