14 April 2026, 18:04

Fünf neue Traditionen werden zum deutschen Kulturerbe erklärt

Schwarzes und weißes Foto einer Stadtstraße in Windisch-Feststritz, Deutschland, mit Gebäuden, Bäumen, Menschen, Karren und einem Himmel im Hintergrund.

Fünf neue Traditionen werden zum deutschen Kulturerbe erklärt

Fünf neue Traditionen sind in das Bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Deutschland aufgenommen worden. Die Liste umfasst nun 173 lebendige kulturelle Praktiken, die für ihre Kreativität und gesellschaftliche Bedeutung gewürdigt werden. Die Bekanntgabe erfolgte in dieser Woche durch Vertreter der Kultusministerkonferenz und die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Die UNESCO-Konvention zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes wurde 2003 in Paris verabschiedet. Seitdem haben 185 Staaten – darunter Deutschland, das 2013 beitrat – das Abkommen ratifiziert. Das nationale Verzeichnis hebt Traditionen hervor, die gemeinsames Wissen und kollektiven kulturellen Ausdruck widerspiegeln.

Die diesjährigen Neuzugänge decken ein breites Spektrum ab: die Bolzplatz-Kultur (Straßenfußball), das Herrenschneiderhandwerk (maßgeschneiderte Herrenmode), der Martinszug im Rheinland sowie die Schaustellerkultur auf Volksfesten und der traditionelle kleinteilige Küstenfischerei in der Ostsee und den Boddengewässern.

Bevor eine Tradition aufgenommen wird, durchläuft sie ein mehrstufiges Prüfverfahren. Zunächst begutachtet das Fachkomitee Immaterielles Kulturerbe der Deutschen UNESCO-Kommission die eingereichten Vorschläge. In einem anschließenden Auswahlprozess wird entschieden, welche Praktiken in das Verzeichnis aufgenommen werden.

Christoph Wulf, Vizepräsident der Deutschen UNESCO-Kommission, betonte, dass immaterielles Kulturerbe dort entstehe, wo Menschen miteinander in Austausch treten und Wissen teilen. Katharina Binz, Präsidentin der Kultusministerkonferenz, unterstrich, dass diese Traditionen lebendig bleiben, wenn sich Gemeinschaften aktiv an ihnen beteiligen. Wolfram Weimer, der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, bezeichnete das Kulturerbe als die "lebendige Grundlage moderner kultureller Identität".

Mit den fünf neuen Eintragungen steigt die Gesamtzahl der anerkannten Traditionen in Deutschland auf 173. Jede Praxis steht für das Engagement des Landes, kulturelle Formen zu bewahren, die inklusiv, innovativ und tief im Alltag verwurzelt sind. Das Verzeichnis wächst kontinuierlich, da immer mehr Gemeinschaften ihre einzigartigen Bräuche zur Prüfung einreichen.

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