Evangelische Kirche in Bayern kämpft mit dramatischem Mitgliederschwund bis 2035
Mia KochLandessynode der Evangelischen Kirche in Bayern - Was steckt dahinter? - Evangelische Kirche in Bayern kämpft mit dramatischem Mitgliederschwund bis 2035
Die evangelische Kirche in Bayern steht vor einem dramatischen Mitgliederschwund: 2023 ist die Zahl der Gläubigen erstmals unter zwei Millionen gefallen. Eine aktuelle Studie warnt, dass die Mitgliedschaft bis 2035 um etwa 40 Prozent einbrechen könnte – mit gravierenden Folgen für Finanzen und Personal. Die Kirchenführung, die Landessynode, hat nun tiefgreifende Strukturreformen beschlossen, um die Krise zu bewältigen.
Die Landessynode fungiert als parlamentarisches Gremium der Kirche und setzt sich aus 108 Mitgliedern zusammen: gewählte Vertreter:innen, Delegierte der theologischen Fakultäten, Jugendvertreter:innen sowie berufene Persönlichkeiten aus verschiedenen Bereichen. In diesem Jahr sind 63 der 89 gewählten Synodalen Neuankömmlinge, und der Frauenanteil unter den Gewählten liegt bei 56 Prozent.
Die Synode verfügt über weitreichende Befugnisse: Sie entscheidet über den Haushalt und wählt alle zwölf Jahre den Landesbischof – eine Position, die stets großes öffentliches Interesse weckt. Neben der Synode umfassen die Führungsgremien der Kirche den Landessynodalausschuss, den Landeskirchenrat und den Landesbischof.
Da jährlich Tausende Mitglieder austreten, verschärft sich die finanzielle Notlage zusehends. Als Reaktion hat die Synode beschlossen, die Anzahl der Kirchenkreise zu verringern. Kleinere lokale Gemeinden sollen zu größeren regionalen Einheiten fusioniert werden, um Abläufe effizienter zu gestalten und Kosten zu sparen.
Die Prognosen der Kirche deuten darauf hin, dass sich die Mitgliedschaft im kommenden Jahrzehnt nahezu halbieren könnte. Dies würde zu weniger Ressourcen, weniger hauptamtlichem Personal und einer grundlegend reformierten Organisationsstruktur führen. Die beschlossenen Maßnahmen markieren einen historischen Einschnitt für die evangelische Kirche in Bayern angesichts schrumpfender Zahlen.






