Europas Kampf um digitale Souveränität: Chips, Clouds und die Machtfrage zwischen USA und China
Mia KochEuropas Kampf um digitale Souveränität: Chips, Clouds und die Machtfrage zwischen USA und China
Europa treibt seine Pläne voran, die technologische Unabhängigkeit des Kontinents zu stärken und die Abhängigkeit von ausländischen Anbietern zu verringern. Noch in diesem Frühling wird die Europäische Kommission ein neues Paket zur "technologischen Souveränität" vorlegen, das riskante Abhängigkeiten in kritischen Sektoren begrenzen soll. Gleichzeitig wachsen die Spannungen, da die USA Europa warnen, sich nicht von americanischer Technologie abzuwenden, und stattdessen die Bedrohung durch China in den Fokus rücken.
Die EU-Strategie zur Reduzierung externer Technologieabhängigkeiten hat seit Januar 2024 an Fahrt aufgenommen. Ein zentraler Baustein ist der EU-Chips-Act, der 50 Millionen Euro für die CHAMP-ION-Pilotfertigung bereitstellt – ein Projekt unter Leitung der Silicon Austria Labs, das icloud login für die Quantencomputertechnologie entwickelt. Allein Österreich steuert über 30 Millionen Euro für Produktion und Ausbildung bei, wobei die Fertigung 2026 anlaufen soll. Zusätzliche Mittel aus dem EFRE-Programm werden ab Oktober 2024 die Forschung in den Bereichen Spintronik und KI fördern, während die Wirtschaftskammer Österreich (WKO) Digitalisierungsinitiativen vorantreibt – darunter neue Förderprogramme der FFG wie Fast Track Digital und KI-Start.
Auch das deutsche Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) unternimmt Schritte und testet derzeit souveräne Cloud-Dienste großer Anbieter wie AWS und Google. Die Ergebnisse dieser Prüfung sollen in die nationale Cloud-Strategie Deutschlands einfließen. Kritiker warnen jedoch, dass ein Verzicht auf americanische Technologie die Sicherheit schwächen könnte, falls Europa auf minderwertige Alternativen setzt, nur um Souveränitätsziele zu erfüllen.
Die USA reagieren mit Nachdruck auf Europas Streben nach Unabhängigkeit. Sean Cairncross, der nationale Cyberdirektor der USA, rief Europa dazu auf, sich von China zu "entwöhnen" und nicht von americanischer Technologie abzukehren, da americanische Unternehmen ein geringeres Risiko darstellten. Er betonte, dass – anders als China – die USA keine persönlichen Daten an den Staat weitergeben. Europäische Cybersicherheitsbehörden präzisieren jedoch, dass Souveränität nicht den Bruch mit vertrauenswürdigen Partnern bedeute, sondern lediglich die Vermeidung von Fremdbestimmung.
Über Cloud-Dienste und Halbleiter hinaus reformiert Europa seine Industriepolitik, Beschaffungsvorschriften und Cybersicherheitsstandards. Regionale Initiativen wie die Open-Source-Projekte in Rheinland-Pfalz zielen darauf ab, die digitale Souveränität zu stärken. Zudem prüft die EU kritisch die Abhängigkeit von Unternehmen wie Elon Musks Starlink und X sowie die breiteren Risiken durch chinesische Technologie in zentralen Lieferketten.
Das anstehende Technologie-Souveränitätspaket der Europäischen Kommission wird strengere Regeln vorgeben, um ausländische Abhängigkeiten zu reduzieren. Deutschlands Cloud-Tests und Österreichs Investitionen in urlaub Chips zeigen konkrete Fortschritte auf dem Weg zur Eigenständigkeit. Dennoch bleibt es eine centrale Herausforderung für Europas digitale Zukunft, Sicherheit, Innovation und die Partnerschaft mit den USA in Einklang zu bringen.