13 February 2026, 12:07

Europas Bausektor wächst – doch Deutschlands Wohnungsmarkt stürzt in die Krise

Eine Baustelle mit einem großen Gebäude, wahrscheinlich den Sitz der Europäischen Union, umgeben von Bäumen, Pfählen und Lichtern unter einem bewölkten Himmel.

Ifo: Europäische Bauindustrie setzt auf starkes Wachstum - Europas Bausektor wächst – doch Deutschlands Wohnungsmarkt stürzt in die Krise

Europas Bausektor steht vor stetigem Wachstum – doch Deutschlands Wohnungsmarkt erlebt einen tiefen Einbruch

In den kommenden Jahren wird der europäische Bausektor ein solides Wachstum verzeichnen. Prognosen sagen für 2024 einen Anstieg um 2,4 Prozent voraus, mit weiterer Expansion bis 2028. Doch während der Rest Europas aufwärtsstrebt, steht Deutschlands Wohnungsmarkt vor einem deutlichen Abschwung, bevor sich erste Anzeichen einer Erholung abzeichnen.

Die europäische Bauwirtschaft insgesamt zeigt positive Signale. Für 2024 wird ein Wachstum von 2,4 Prozent erwartet, gefolgt von 2,2 Prozent im Jahr 2027 und 1,9 Prozent im Jahr 2028. Sowohl der Wohnungsbau als auch der Tief- und Ingenieurbau treiben diesen Aufwärtstrend voran. In 19 europäischen Ländern wird die Zahl der fertiggestellten Wohnungen von 1,44 Millionen im Jahr 2023 auf 1,66 Millionen bis 2028 steigen. Die Marktvolumina in diesen Bereichen sollen im selben Zeitraum um 7,5 Prozent wachsen, während der Nichtwohnungsbau ein Plus von 4,7 Prozent verzeichnen dürfte.

In Deutschland sieht die Lage dagegen weit weniger rosig aus. Der Wohnungssektor wird voraussichtlich 2026 seinen Tiefpunkt erreichen, mit nur noch 185.000 fertiggestellten Wohneinheiten. Dies folgt auf einen steilen Rückgang im Jahr 2025, als etwa 190.000 Wohnungen fertiggestellt wurden – ein deutlicher Einbruch gegenüber den Vorjahren, bedingt durch die gestiegenen Zinsen. Die Wirkung des deutschen Sondervermögens für den Wohnungsbau bleibt ungewiss, was Zweifel an einer kurzfristigen Entlastung aufkommen lässt. Erst allmählich soll sich die Situation bessern: Bis 2028 könnte die Zahl der Fertigstellungen wieder auf 215.000 steigen.

Während die europäische Bauwirtschaft schrittweise expandiert – getrieben von wachsender Nachfrage im Wohnungs- und Tiefbau –, wird Deutschland eine längere Durststrecke durchlaufen, bevor eine spürbare Erholung einsetzt. Der Kontrast zwischen dem allgemeinen Aufschwung in Europa und der Krise auf dem deutschen Wohnungsmarkt unterstreicht die gegensätzlichen Entwicklungen in der Region.