14 February 2026, 08:03

Eiszeit im Atlantik: Wie die USA Europa unter Druck setzen und die Münchner Sicherheitskonferenz spaltet

Ein altes Stadtplan von München, Deutschland, auf einem schwarzen Hintergrund, der Straßen, Gebäude und Sehenswürdigkeiten mit beschrifteten Text zeigt.

Eiszeit im Atlantik: Wie die USA Europa unter Druck setzen und die Münchner Sicherheitskonferenz spaltet

Münchner Sicherheitskonferenz beginnt – Europäische Diplomaten treffen sich in Zeiten wachsender Spannungen

Die Münchner Sicherheitskonferenz hat begonnen, während sich europäische Diplomaten inmitten eskalierender Konflikte versammeln. Die diesjährige Veranstaltung folgt auf die Veröffentlichung des Münchner Sicherheitsberichts 2023 mit dem Titel "Im Untergang". Die Konferenz findet zu einem Zeitpunkt statt, an dem sich die US-Politik unter der zweiten Amtszeit Trumps radikal hin zu einer transaktionalen, von "America First" geprägten Haltung gewandelt hat.

Im vergangenen Jahr hat Washington seine Haltung gegenüber Europa drastisch verändert. Seit Februar 2025 setzt die US-Regierung auf Zölle für EU-Waren, demarkiert Einflusszonen und zieht sich aus multilateralen Verpflichtungen zurück. Diese Schritte wurden in der aktualisierten Nationalen Sicherheitsstrategie festgeschrieben und durch aggressive Handelspolitik verstärkt, die am 2. April 2025 verkündet wurde. Der Kurswechsel markiert einen deutlichen Bruch mit früheren Jahren, als Zusammenarbeit und eine regelbasierte Ordnung im Vordergrund standen.

Öffentliche Konflikte sind bereits aufgeflammt. Anfang 2025 kam es zu Spannungen zwischen den USA und dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj, nachdem Washington Gegenleistungen für Hilfszusagen gefordert hatte. Im Januar 2026 löste die Drohung der USA, Grönland gewaltsam zu annektieren, scharfe Kritik europäischer Führungskräfte aus. Ein weiterer Zankapfel ist die Forderung nach höheren europäischen Verteidigungsausgaben – mittlerweile auf fünf Prozent der Wirtschaftsleistung festgesetzt –, während frühere Bemühungen zur Förderung liberaldemokratischer Werte in den Hintergrund getreten sind.

Auf der diesjährigen Konferenz könnten die Spannungen weiter zunehmen. Marco Rubio, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des US-Senats, wird eine Rede halten, die an die polarisierende Rhetorik des Vorjahres anknüpfen dürfte. Seine Äußerungen von 2023 hatten bereits transatlantische Konflikte geschürt – ähnlich wie die scharfe Ansprache von J.D. Vance im Jahr 2022. Angesichts der bereits angespannten Beziehungen verstärkt Rubios Auftreten die Nervosität unter europäischen Politikern.

Die Konferenz findet vor dem Hintergrund vertiefter transatlantischer Gräben statt. Die US-Politik konzentriert sich nun auf wirtschaftlichen Druck, territoriale Forderungen und eine reduzierte Zusammenarbeit mit Verbündeten. Europäische Führungskräfte stehen vor der Herausforderung, sich in diesem veränderten Umfeld zu behaupten – während sie gleichzeitig ihre eigenen Sicherheitsinteressen wahren müssen.