CDU leitet Parteiausschluss nach umstrittenem AfD-Bündnis in Biebesheim ein
Mia KochCDU leitet Parteiausschluss nach umstrittenem AfD-Bündnis in Biebesheim ein
Der CDU-Kreisverband Groß-Gerau hat Parteiausschlussverfahren gegen Mitglieder eingeleitet, die sich im Gemeinderat von Biebesheim am Rhein mit der AfD verbündet haben. Der Schritt folgt einer umstrittenen gemeinsamen Abstimmung, bei der ein AfD-Kandidat in den Vorstand der Gemeinde gewählt wurde. Parteiführende verurteilten die Entscheidung als unabgesprochen und inakzeptabel.
Der Konflikt entstand, als CDU- und AfD-Gemeinderäte eine gemeinsame Liste für die Stellvertreterposten des Bürgermeisters einreichten. Ihr Vorschlag war eine direkte Herausforderung an SPD, Grüne und Freie Wähler, die gemeinsam 17 der 31 Sitze im Gemeinderat halten. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Ulrich Harth hatte gehofft, einen Stellvertreterposten für seine Partei zu sichern – doch die gemeinsame Abstimmung führte stattdessen dazu, dass der AfD-Politiker Bernd Kahnert in den Vorstand aufgenommen wurde.
Die hessische CDU reagierte umgehend. Generalsekretär Leopold Born betonte, man müsse "sofort und entschlossen" auf lokaler Ebene handeln. Der Kreisvorsitzende Stefan Sauer bestätigte, dass weitere disziplinarische Maßnahmen geprüft würden. Die Partei bezeichnete die gemeinsame Abstimmung als "offensichtlich spontan und unabgestimmt", machte aber deutlich, dass solche Kooperationen nicht toleriert würden.
Der Vorfall steht nicht allein da. Eine Studie des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) ergab, dass zwischen Mitte 2019 und Mitte 2024 fast 19 Prozent aller inhaltlichen Kommunalabstimmungen auf direkte Zusammenarbeit zwischen CDU und AfD zurückgingen. Besonders häufig arbeiteten demnach fraktionslose Gemeinderäte und kleinere Parteien mit der AfD zusammen.
Die Ausschlussverfahren unterstreichen die harte Haltung der CDU gegen lokale Bündnisse mit der AfD. Die Partei schließt jede Debatte über das Thema aus und bekräftigt damit ihre Position. Gleichzeitig zeigt die gemeinsame Abstimmung in Biebesheim, wie angespannt die Lage bei der überparteilichen Zusammenarbeit auf kommunaler Ebene bleibt.






