16 March 2026, 00:44

Boris Rhein fordert bei Münchner Sicherheitskonferenz Europas militärische Eigenständigkeit

Eine Karte, die die 73-jährige Erweiterung der North Atlantic Treaty Organization (NATO) von 1949 bis heute zeigt, mit farblich kodierten Regionen und zusätzlichen Informationen oben.

Boris Rhein fordert bei Münchner Sicherheitskonferenz Europas militärische Eigenständigkeit

Hessens Ministerpräsident Boris Rhein wird in dieser Woche erstmals an der Münchner Sicherheitskonferenz teilnehmen. Dort will er sich für eine Stärkung der militärischen Fähigkeiten und eine größere europäische Eigenständigkeit in der Verteidigungspolitik einsetzen. Auf seiner Agenda stehen hochrangige Gespräche über geopolitische Bedrohungen und die strategische Zukunft des Kontinents.

Rheins Teilnahme unterstreicht den Anspruch Hessens, die nationalen und europäischen Sicherheitsdebatten mitzugestalten. Begleitet wird er von Schlüsselberatern, darunter Europaminister Manfred Pentz und Staatssekretär Benedikt Kuhn, um die Rolle des Landes in diesen Diskussionen zu betonen.

Zu Rheins Programm gehört eine Podiumsdiskussion mit Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom, die sich mit der transatlantischen Zusammenarbeit und der Bedeutung starker Regionalmächte in einer zersplitterten Welt befasst. Zudem sind bilaterale Treffen mit Persönlichkeiten wie EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Kroatiens Ministerpräsident Andrej Plenković geplant. Im Mittelpunkt dieser Gespräche stehen die sich wandelnde globale Ordnung und Europas Reaktion auf neue Sicherheitsherausforderungen.

Der Ministerpräsident hat wiederholt die Notwendigkeit einer schlagkräftigen Bundeswehr betont und argumentiert, dass militärische Stärke entscheidend für den Frieden in Europa sei. Seine Forderungen erstrecken sich auch auf die Wirtschaftspolitik: Er schlägt eine "Deutschland-Garantie" vor, die Rüstungsaufträge mit wirtschaftlichem Wachstum verknüpft. Dieser Ansatz, so Rhein, sichere sowohl Sicherheit als auch Wohlstand.

Rheins Positionierung fällt in eine Phase, in der Deutschland seine Haltung zur nuklearen Abschreckung überdenkt. Zwar bleibt die Bundesrepublik weiterhin auf den NATO-Schutz unter US-Führung angewiesen, doch hat Berlin vertrauliche Gespräche mit Großbritannien und Frankreich über europäische Nuklearkapazitäten aufgenommen. Diese noch in einem frühen Stadium befindlichen Beratungen spiegeln einen grundlegenden Wandel wider: Nach Jahrzehnten, in denen die Abschreckung an Washington delegiert wurde, sieht Deutschland nun eine aktive Rolle in der nuklearen Strategie als unverzichtbar an. Rhein bezeichnet dies als einen Moment der Entscheidung und mahnt, Europa müsse seine Zukunft selbst sichern, statt sich auf externe Mächte zu verlassen.

Sein Vorstoß für eine europäische nukleare Abschreckung verleiht der Debatte zusätzliche Dringlichkeit. Indem er Verteidigungspolitik mit wirtschaftlichen Anreizen verknüpft, will er Hessen – und Deutschland – als zentrales Element der europäischen Sicherheitsarchitektur positionieren.

Rheins Teilnahme an der Münchner Sicherheitskonferenz markiert einen Wendepunkt für die europäische Verteidigungspolitik. Seine Forderungen nach mehr Investitionen in die Streitkräfte, strategischer Autonomie und der Verknüpfung von Sicherheitszielen mit wirtschaftlicher Integration spiegeln den breiteren Ruf nach Veränderung wider. Die Ergebnisse dieser Diskussionen könnten die defensepolitischen Prioritäten Deutschlands und den langfristigen Sicherheitsrahmen Europas prägen.

AKTUALISIERUNG

Boris Rhein's Munich Conference Panel Confirmed

Hessen's Ministerpräsident Boris Rhein hat seine Teilnahme an der Münchner Sicherheitskonferenz-Panel 'Spotlight on Transatlantic Cooperation from the Bottom Up' bestätigt. Details sind:

  • Die Sitzung wurde von Nina Hachigian am 13-15 Februar 2026 moderiert.
  • Eine aufgezeichnete Version seines Gesprächs mit Gavin Newsom ist jetzt öffentlich verfügbar.
  • Das Panel hat sich direkt mit regionalen Machtverhältnissen und europäischer Sicherheitsautonomie beschäftigt.