BMW revolutioniert Lieferketten mit Blockchain-Technologie und PartChain-Pilotprojekt
Lotta SchneiderBMW revolutioniert Lieferketten mit Blockchain-Technologie und PartChain-Pilotprojekt
BMW testet seit über drei Jahren Blockchain-Technologie in seinen Lieferketten. Im jüngsten Pilotprojekt PartChain verfolgte der Konzern Frontscheinwerfer über mehrere Partner hinweg mithilfe digitaler, fälschungssicherer Aufzeichnungen. Das Unternehmen ist überzeugt, dass dieser Ansatz die Datennutzung in der Automobilbranche revolutionieren könnte.
Ziel der Initiative ist eine offene Plattform für sicherere und effizientere Lieferketten. Experten von BMW betonen das Potenzial der Blockchain, Transparenz zu erhöhen und die Abhängigkeit von Zwischenhändlern zu verringern. Der PartChain-Test konzentrierte sich auf Komponenten für Frontscheinwerfer und bewies, dass sich einzelne Bauteile während ihres Wegs durch verschiedene Zulieferer lückenlos nachverfolgen lassen. Diese Methode schafft eine verlässliche Datenbasis, beschleunigt die Problemlösung und macht den Informationsaustausch zwischen Partnern effizienter.
Andre Luckow, bei BMW verantwortlich für Blockchain-Projekte, unterstreicht die weitreichenden Anwendungsmöglichkeiten der Technologie in der Automobilindustrie. Über die reine Teileverfolgung hinaus stellt sich das Unternehmen Fahrzeuge vor, die selbstständig kommunizieren, ihren eigenen Zustand protokollieren und sogar Mikrozahlungen für Dienstleistungen abwickeln – alles auf Basis von Blockchain und Smart Contracts.
Um diese Visionen voranzutreiben, gehörte BMW zu den Mitbegründern der Mobility Open Blockchain Initiative (MOBI), der sich mittlerweile 120 weitere Unternehmen angeschlossen haben. Innerhalb von MOBI leitet der Autobauer eine Arbeitsgruppe, die sich mit Innovationen in der Lieferkette befasst. Ein Ergebnis dieser Zusammenarbeit ist die App VerifyCar: Eine Blockchain-basierte Anwendung, mit der Fahrer Kilometerstände ihres Fahrzeugs sicher an Dritte wie Versicherungen oder Käufer weitergeben können.
Das Projekt baut auf BMWs langjähriges Engagement im Bereich dezentraler Register auf. Durch den Verzicht auf Mittelsmänner könnte die Technologie nicht nur neue Geschäftsmodelle ermöglichen, sondern auch die Genauigkeit und Fälschungssicherheit von Daten gewährleisten.
Der PartChain-Pilot markiert einen wichtigen Schritt hin zur breiteren Einführung von Blockchain in automobilen Lieferketten. BMWs laufende Zusammenarbeit mit MOBI und Anwendungen wie VerifyCar zeigt, wie die Technologie bald alles abdecken könnte – von der Bauteilverfolgung bis zu automatisierten Zahlungen. Derzeit liegt der Fokus jedoch darauf, ihre Zuverlässigkeit und Skalierbarkeit branchenweit unter Beweis zu stellen.






