26 March 2026, 04:04

Bayerns Stromnetz am Limit: 500 Gigawatt stecken in der Warteschleife fest

Liniengraph, der die Stromerzeugung aus Wind und Solar in Deutschland zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Bayerns Stromnetz am Limit: 500 Gigawatt stecken in der Warteschleife fest

Bayern kämpft mit riesigem Stau bei Netzanbindungsanträgen – 500 Gigawatt in der Warteschleife

Die Anfragen für Netzanschlüsse in Bayern haben ein kritisches Ausmaß erreicht: 500 Gigawatt warten auf Bearbeitung – ein Vielfaches dessen, was der Freistaat kurzfristig benötigt. Das Problem hat zu dringlichen Diskussionen geführt, darunter ein hochrangiger Gipfel unter Leitung von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in dieser Woche. Behörden warnen, dass die Verzögerungen zentrale Vorhaben blockieren, von Gaskraftwerken bis hin zu Rechenzentren.

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Am Mittwoch veranstaltete Söder den "Bayerischen Netzgipfel", um die eskalierende Krise zu bewältigen. Gemeinsam mit Niedersachsen hatte der Freistaat bereits im Vorfeld eine gemeinsame Initiative gestartet: Ein Antrag zur Befreiung von Batteriespeichern von strengen Anschlussregeln der Kraftwerks-Netzanschlussverordnung (KraftNAV) erhielt im Bundesrat breite Unterstützung.

Der Rückstau führt zu wachsender Unzufriedenheit mit dem aktuellen "First come, first served"-Prinzip. Wirtschafts- und Energieminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) kritisierte das System als ineffizient. Stattdessen will Bayern nun Großverbraucher wie Rechenzentren priorisieren, um Engpässe zu entschärfen.

Trotz der Überlastung wurden in den vergangenen fünf Jahren lediglich 1,2 Gigawatt Speicherkapazität ans Netz gebracht. Experten fordern mehr Anreize, um Speicher an Standorten zu errichten, die das Stromnetz entlasten. Gaskraftwerke – insbesondere solche mit Wasserstofffähigkeit – gelten inzwischen als unverzichtbare Partner der erneuerbaren Energien.

Die Landesregierung hat einen 11-Punkte-Plan vorgelegt, um den Netzausbau zu beschleunigen und zu vereinfachen. Die Maßnahmen zielen darauf ab, Verzögerungen abzubauen und sicherzustellen, dass kritische Infrastrukturprojekte ohne unnötige Hürden vorankommen.

Die Netzanbindungskrise zwingt Bayern dazu, die Genehmigungs- und Priorisierungsverfahren grundlegend zu überdenken. Angesichts von 500 Gigawatt wartender Anträge setzt der Freistaat nun auf Großverbraucher und Speicherlösungen, um weitere Flaschenhälse zu vermeiden. Ob der 11-Punkte-Plan und die jüngsten politischen Weichenstellungen greifen, wird entscheiden, ob künftige Energie- und Digitalprojekte termingerecht realisiert werden können.

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