Bayerns Bahnprojekt startet durch: Elektrifizierung der Strecke Ebersberg–Wasserburg rückt näher
Mia KochBayerns Bahnprojekt startet durch: Elektrifizierung der Strecke Ebersberg–Wasserburg rückt näher
Freistaat Bayern und Deutsche Bank besiegeln Pläne zur Elektrifizierung der Bahnstrecke Ebersberg–Wasserburg
Nach einer 18-monatigen Verzögerung wegen geschützter Kiebitz-Vögel kann das Projekt nun voranschreiten: Aktuelle Erhebungen bestätigten, dass keine brütenden Paare mehr in der Region vorkommen. Die Verantwortlichen rechnen damit, dass die Aufrüstung bis Ende des Jahrzehnts abgeschlossen sein wird. Damit sollen schnellere und umweltfreundlichere Zugverbindungen in die Region kommen.
Die Elektrifizierungspläne hatten Anfang 2024 einen Rückschlag erlitten, als in der Nähe der Trasse brütende Kiebitze entdeckt wurden. Eine erneute Bestandsaufnahme Mitte 2025 ergab jedoch, dass keine Brutpaare mehr vorhanden waren – das Projekt kann somit fortgesetzt werden. Der lokale Vorsitzende des Landesbunds für Vogelschutz (LBV) wies darauf hin, dass sich die Brutbedingungen für die Vögel zunehmend verschlechtert hätten und sie daher abgewandert seien. Er bedauerte, dass Artenschutzmaßnahmen oft als Hindernis für Infrastrukturvorhaben wahrgenommen würden.
Die Elektrifizierung ermöglicht den Ersatz von Dieselzügen durch moderne elektrische Triebwagen, darunter auch stufenlos zugängliche Wagen. Davon profitieren insbesondere Fahrgäste mit eingeschränkter Mobilität, etwa am Bahnhof Steinhöring. Zudem schließt das Projekt eine Lücke im Münchner Regionalbahn-Ausbauprogramm und ermöglicht erstmals eine Direktanbindung der S-Bahn nach Wasserburg.
Bayern übernimmt mit über sieben Millionen Euro einen Großteil der Finanzierung, der Bahn trägt die restlichen Kosten. Parallel zur Elektrifizierung hat die Deutsche Bahn bereits die Sicherheit an Bahnübergängen verbessert: In Ebersberg Ost, Kirchseeon und Forstham wurden Blinklichter installiert, während Steinhöring und Gartenroth mit akustischen Warnsignalen ausgestattet wurden. Geplant sind außerdem ein neuer Haltepunkt Ebersberg Süd, Geschwindigkeitserhöhungen sowie zweigleisige Abschnitte zur Kapazitätssteigerung.
In der Bekanntmachung des Ministeriums fand sich kein Hinweis auf den vorgeschlagenen Haltepunkt für den Ortsteil Oberndorf.
Nach Abschluss der Arbeiten wird der Dieselbetrieb auf der Strecke Ebersberg–Wasserburg eingestellt. Fahrgäste können sich auf kürzere Fahrzeiten, zuverlässigere Verbindungen und eine bessere Barrierefreiheit freuen. Das Vorhaben ist Teil der umfassenden Bestrebungen, das bayerische Schienennetz bis Ende der 2020er-Jahre zu modernisieren.






