Bayerisches Jagdgesetz reformiert: Wölfe und Goldschakale freigegeben – Ökologen protestieren
Mia KochLandtag gibt grünes Licht für leichtere Wolfsjagd in Bayern - Bayerisches Jagdgesetz reformiert: Wölfe und Goldschakale freigegeben – Ökologen protestieren
Bayerischer Landtag beschließt umstrittene Reform des Jagdrechts – Umweltschützer schlagen Alarm
Der bayerische Landtag hat eine weitreichende Reform des Jagdgesetzes verabschiedet, die sowohl politische Kontroversen als auch ökologische Bedenken auslöst. Die Neuregelung stuft Wölfe und Goldschakale als jagdbare Wildarten ein und lockert gleichzeitig die Bestimmungen zur Bejagung von Rehen und Wölfen. Kritiker warnen, die Änderungen könnten Ökosysteme schädigen und die öffentliche Sicherheit gefährden.
Das neue Gesetz erleichtert die Entnahme von Wölfen – obwohl diese nach EU-Naturschutzrecht streng geschützt bleiben. Die Behörden begründen die Maßnahme mit dem Schutz vor Angriffen auf Nutztiere, doch Umweltschutzverbände sehen darin ein Risiko für das ökologische Gleichgewicht. Sie verweisen auf mögliche Zunahmen von Lawinen, Überschwemmungen und Wasserverschmutzung, falls Überweidung durch zu hohe Wildbestände weiter zunimmt.
Zudem wurde die Jagdzeit auf Rehwild bis Mitte April verlängert, was der früheren Vegetationsentwicklung im Frühling Rechnung tragen soll. Jäger und Grundbesitzer erhalten mehr Entscheidungsbefugnisse bei der Bejagung, während bürokratische Kontrollen reduziert werden. Diese Verschiebung hat innerkoalitionäre Streitigkeiten in der bayerischen Landesregierung ausgelöst, insbesondere zwischen Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Agrarministerin Michaela Kaniber.
Bundesweit sind die Wolfsbestände stark gewachsen: Die Zahl der Einzelindividuen stieg von 53 im Jahr 2021 auf 79 im Jahr 2022, die Anzahl der Rudel erhöhte sich im gleichen Zeitraum von 185 auf 209. Für Bayern liegen jedoch keine präzisen Daten vor.
Das Gesetz räumt Jägern und Grundeigentümern mehr Freiraum bei der Wildbewirtschaftung ein und verringert die behördliche Aufsicht. Umweltschützer befürchten, dass die Änderungen natürliche Kreisläufe stören, während die politische Debatte über die Folgen der Reform weitergeht. Langfristig werden die Auswirkungen auf Ökosysteme und öffentliche Sicherheit davon abhängen, wie die neuen Regeln in der Praxis umgesetzt werden.






