Bayerische Städte ersetzen Ampelmännchen durch lokale Kultsymbole – doch nicht alle sind begeistert
Mia KochWenn es grün ist, hoppeln Sie weiter - spezielle Ampelmotive im Aufwind - Bayerische Städte ersetzen Ampelmännchen durch lokale Kultsymbole – doch nicht alle sind begeistert
Mehrere bayerische Städte haben herkömmliche Fußgängerampeln durch lokale Kultursymbole ersetzt. Die Initiative stößt bei Anwohnern auf Begeisterung, trifft aber auch auf Widerstand der Regionalbehörden. Jede Stadt geht dabei unterschiedlich mit Genehmigung und Finanzierung um.
München führte Anfang 2025 drei Ampeln mit Pumuckl-Motiven ein, doch bleibt unklar, ob die bayerische Regierungsbezirksverwaltung sie offiziell abgesegnet hat. Straubing hingegen zeigt Bruder Straubinger auf seinen Signalen, während Dachaus Ampelmännchen in traditioneller bayerischer Tracht gekleidet sind. Aufgrund der positiven Resonanz plant Dachau weitere thematische Ampeln – jede Schablone und jedes Design kostet rund 300 Euro.
Nürnberg installierte seine Dürer-Ampel mit Albrecht Dürers Feldhasen, ohne eine regionale Genehmigung einzuholen. Die Stadt betont, sie trage allein die Verantwortung für den Betrieb der Anlage und mögliche Vorfälle. Augsburgs Kasperl-Ampel hingegen erforderte eine Sondergenehmigung der Regierung von Schwaben, die Bedenken wegen der Verkehrssicherheit geäußert hatte.
In Deggendorf zeigt das Fußgängersignal eine Frau, die Knödel wirft, während Hofs Vorschlag für eine Wärschtlamo-Ampel (Wurstverkäufer) zunächst abgelehnt wurde. Nach der Zusage der SPD-Stadtratsfraktion, die 3.000 Euro zu übernehmen, erhielt das Design später grünes Licht. Trotz aller lokalen Kreativität lehnt das bayerische Innenministerium es ab, Ampeln für die Hervorhebung regionaler Eigenheiten oder soziopolitischer Anliegen zu nutzen.
Der Trend zu thematischen Ampeln hält an, mit Städten wie Dachau, die ihr Angebot erweitern. Während einige Kommunen formale Genehmigungen umgehen, müssen sich andere durch strenge Vorschriften navigieren. Die Haltung der bayerischen Landesregierung bleibt klar: Ampeln sollen nicht für kulturelle oder politische Botschaften instrumentalisiert werden.






