BAföG-Streit eskaliert: 250 Millionen Euro Kürzung trotz steigender Lebenshaltungskosten
Mia KochBAföG-Streit eskaliert: 250 Millionen Euro Kürzung trotz steigender Lebenshaltungskosten
Ein Streit über die Studienförderung ist zwischen den politischen Parteien eskaliert und wirft zentrale Reformen in Frage. Im Haushalt 2026 kürzt die Regierung die Grundförderung für Studierende und Auszubildende um 250 Millionen Euro – trotz steigender Lebenshaltungskosten. Gleichzeitig wird über eine bescheidene Erhöhung des Wohnkostenzuschusses um 67 Millionen Euro gestritten, ohne die tieferliegenden Probleme im BAföG-System anzugehen.
Ayşe Asar, Sprecherin für Forschungs-, Technologie- und Raumfahrtpolitik, hat sich zu der festgefahrenen Förderdebatte geäußert. Der Konflikt offenbart ein grundsätzlicheres Dilemma: der Abwägung zwischen studentischem Wohl und der Priorisierung von Unternehmenssteuern, während die Inflation die Kaufkraft aushöhlt.
Das aktuelle BAföG-System steht massiv in der Kritik, da es den Bedürfnissen der Studierenden nicht gerecht wird. Reformvorschläge – darunter regionale Anpassungen der Wohnkostenpauschale, eine automatische Inflationsanpassung sowie eine Existenzsicherung auf Bürgergeld-Niveau – liegen dem Bundestag vor. Doch der Fortschritt stockt, da CDU/CSU und SPD über die Finanzierung uneins sind.
Der Haushaltsentwurf für 2026 sieht im Vergleich zum Vorjahr eine Kürzung der Studienförderung um 250 Millionen Euro vor. Die geplante Erhöhung des Wohnkostenzuschusses um 60 Euro reicht bei Weitem nicht aus, um die Mietsteigerungen in Universitätsstädten auszugleichen. Kritiker monieren, dass Studierende dadurch noch stärker belastet werden, während die Inflation ihre ohnehin knappen Budgets weiter schmälert.
Gleichzeitig wird der Regierung vorgeworfen, Steuersenkungen für Unternehmen Vorrang vor Investitionen in Bildung einzuräumen. Dieser Kurs, so die Gegner, verschärfe den Fachkräftemangel, indem er die nächste Generation von Arbeitskräften vernachlässige. Eine Lösung des Konflikts ist nicht in Sicht.
Unabhängig davon plant Deutschland, bis 2026 mindestens 3,5 Prozent des BIP in Forschung und Entwicklung zu investieren. Ein neues Rahmenprogramm soll ab Ende 2025 über sieben Jahre rund 493 Millionen Euro in die angewandte Wissenschaft fließen lassen. Diese Mittel lindern jedoch nicht die akute finanzielle Not der Studierenden.
Die Förderstreitigkeiten hinterlassen Studierende mit höheren Kosten und weniger Unterstützung. Eine Erhöhung des Wohnkostenzuschusses um 60 Euro und gekürzte Budgets können die steigenden Mieten und die Inflation nicht ausgleichen. Ohne Einigung drohen dem BAföG-System – und den auf es angewiesenen Studierenden – weitere Verschlechterungen.






