Augsburgs Polizei startet bundesweit einzigartige Initiative gegen Judenhass
Greta KleinAugsburgs Polizei startet bundesweit einzigartige Initiative gegen Judenhass
Neue Initiative gegen Antisemitismus in Augsburg gestartet
In Augsburg hat das Polizepräsidium Schwaben Nord (PP Schwaben Nord) ein Programm mit dem Titel Polizei gegen Antisemitismus für das Jahr 2026 ins Leben gerufen. Es handelt sich dabei um die erste derartige Initiative einer bayerischen Polizeibehörde in der Region seit 2024.
Den Auftakt bildete am 12. März 2026 die Eröffnung einer Wanderausstellung unter dem Titel Antisemitismus in Bayern – Judenhass heute. Polizepräsident Martin Wilhelm eröffnete die Veranstaltung offiziell, zu der unter anderem Dr. Ludwig Spaenle, Barbara Schretter, Sigrid Atzmon und Tobias Eisch als Gäste erschienen.
Im Rahmen des Programms finden interaktive World-Cafés statt, die zu offenen Diskussionen anregen sollen. An diesen Gesprächsrunden wirken die Antisemitismusbeauftragten des Bayerischen Landeskriminalamts mit. Zudem hält PP Schwaben Nord einen Vortrag zum Thema Sicherheitswahrnehmung und Antisemitismus in der Israelitischen Kultusgemeinde Schwaben-Augsburg (IKG).
Weitere Veranstaltungen umfassen eine Podiumsdiskussion mit dem Titel Drei Gewalten gegen Antisemitismus, an der Andreas Franck, Oberstaatsanwalt und Antisemitismusbeauftragter der Justiz, teilnehmen wird. Für Mitglieder der jüdischen Gemeinschaft werden Selbstbehauptungskurse angeboten, die gemeinsam von der Anti-Hasskriminalitäts-Einheit des BLKA und der Kriminalinspektion E3 durchgeführt werden.
Zusätzlich gibt es Fortbildungsworkshops für Polizeibeamte und ziviles Personal. Den Abschluss des Programms bildet am 25. Oktober 2026 ein Benefizkonzert des Bayerischen Polizeiorchesters zugunsten der Augsburger Synagoge.
Bisher ist diese Initiative im bayerischen Raum einzigartig: Seit 2024 haben weder andere Polizeibehörden noch Landesprogramme in der Region vergleichbare Ausstellungen oder Bildungsformate eingeführt. Ziel der Veranstaltungen ist es, das Bewusstsein für Antisemitismus zu schärfen, die Sicherheit zu verbessern und den Dialog zu fördern.