30 April 2026, 10:03

Ärzte und Apotheker liefern sich erbitterten Machtkampf um Milliarden

Plakat, das zeigt, dass Amerikaner zwei bis drei Mal mehr für dieselben Medikamente gezahlt haben als andere Länder, mit Medizinflaschen und einer Spritze.

Ärzte und Apotheker liefern sich erbitterten Machtkampf um Milliarden

Ein erbitterter Streit ist zwischen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und Apothekern über die Neuverteilung von Gesundheitsgeldern entbrannt. KBV-Chef Dr. Andreas Gassen kritisierte das Bundesgesundheitsministerium (BMG) scharf dafür, Apotheken eine zusätzliche Milliarde Euro zukommen zu lassen, während Arztpraxen leer ausgehen. Die Apotheker kontern vehement und verteidigen ihre Fachkompetenz sowie ihre Rolle in der Patientenversorgung.

Auslöser des Konflikts war Gassens Vorwurf, das BMG vernachlässige die Krankenhausbudgets, während es gleichzeitig die Abgabegebühren für Apotheken erhöhe. Zudem lehnte er das Apotheken-Versorgungsweiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) ab und warnte vor unnötigen Leistungen durch "medizinische Laien", wie er Apotheker polemisch bezeichnete. Seine Äußerungen provozierten eine scharfe Reaktion der Apothekerin Marietheres Reher-Gremme, die seine Aussagen als unwissend und arrogant zurückwies.

Reher-Gremme betonte, dass Apotheker im Rahmen ihrer Approbation eine fundierte Ausbildung in Pharmakologie und klinischer Pharmazie durchlaufen. Sie wies Vorwürfe über einen zu laxen Umgang mit Antibiotika zurück und verwies darauf, dass Apotheker die Risiken von Resistenzen kennten und verantwortungsvoll mit solchen Arzneimitteln umgingen. Ihre Arbeit trage maßgeblich dazu bei, Nebenwirkungen, Wechselwirkungen und Fehlanwendungen zu vermeiden – zentrale Aspekte der Arzneimittelsicherheit.

Zudem hob sie die Erfolge der Apotheken während der Pandemie hervor, in der diese ohne Zwischenfälle sicher Grippe- und COVID-19-Impfungen durchgeführt hätten. Reher-Gremme forderte die ärztlichen Standesvertreter auf, die Leistungen der Apotheker anzuerkennen und statt pauschaler Abwertung einen konstruktiven Dialog zu suchen.

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Die KBV jedoch bleibt bei ihrer Ablehnung einer Ausweitung von Impfungen in Apotheken. Die Organisation argumentiert, dass solche Schritte zu unbewiesenen Tests und Leistungen durch nicht ärztlich ausgebildetes Personal führen könnten.

Der Streit blockiert derzeit sowohl die Finanzierungsfragen als auch die Erweiterung von Gesundheitsleistungen. Während die Apotheker auf ihre qualifizierte Ausbildung und bewährte Praxis verweisen, um mehr Anerkennung einzufordern, wehrt die KBV weiterhin politische Änderungen ab. Wie das BMG als Nächstes handelt, wird zeigen, ob die beiden Seiten zu einem Kompromiss finden – oder ob die Spannungen weiter schwelen.

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