Agrarreform 2027: Lockerungen bei Düngung und Grünland – doch Streit um EU-Naturschutz bleibt
Lotta SchneiderAgrarreform 2027: Lockerungen bei Düngung und Grünland – doch Streit um EU-Naturschutz bleibt
Bund und Länder haben sich auf zentrale agrarpolitische Maßnahmen geeinigt, um die Vorschriften für Landwirte vor der Düngesaison 2027 zu lockern. Während Fortschritte bei der Umwandlung von Grünland und der Pestizidkontrolle erzielt wurden, blieben Konflikte um das EU-Gesetz zur Renaturierung (Nature Restoration Law, NRL) und Tierhaltungs-Subventionen ungelöst.
Die Beschlüsse fielen nach intensiven Beratungen auf der jüngsten Agrarministerkonferenz, bei der einige Vorhaben keine Mehrheit fanden.
Eine wichtige Neuerung betrifft die Regeln zur Grünlandumwandlung: Landwirte müssen künftig keine Strafen fürchten, wenn sie Dauergünland oder Kleegras-Flächen umbrechen – vorausgesetzt, die Flächen waren bis zum 1. Januar 2026 als Ackerland gemeldet. Zudem wird die bisherige Fünfjahresfrist für Umwandlungen auf sieben Jahre verlängert, rückwirkend ab demselben Stichtag.
Kleinbetriebe unter 30 Hektar sind ab 2026 von Kontrollen und Sanktionen bei der Fruchtfolge (GLÖZ 7) befreit. Zudem darf Brachland nun ohne gesonderten Antrag im Rahmen von GLÖZ 6 zur Bekämpfung von Schädlingen wie der Schilf-Glasflügelzikade genutzt werden.
Ein Vorschlag aus Niedersachsen, die Milchproduktion freiwillig und ohne Ausgleich zu reduzieren, scheiterte am fehlenden Rückhalt. Gleichzeitig entzündeten sich Streitigkeiten an Subventionen für die Modernisierung von Stallanlagen zur Verbesserung des Tierschutzes.
Trotz der Anpassungen konnte sich die Ministerrunde nicht auf eine gemeinsame Haltung zum EU-Renaturierungsgesetz (NRL) verständigen. Unklar blieb auch, wie viele Bundesländer das Gesetz ablehnen und welche konkreten Forderungen sie an die EU-Kommission oder die Bundesregierung richten.
Eine hochrangige Arbeitsgruppe soll nun bis zur Herbst-Agrarministerkonferenz Ende September eine Düngestrategie erarbeiten, um Landwirten vor Beginn der Düngesaison 2027 Rechtssicherheit zu geben.
Die jüngsten Beschlüsse bringen für Landwirte in Teilen Entlastung – etwa bei Grünlandregeln und Schädlingsbekämpfung. Doch die ungelösten Konflikte um das EU-Renaturierungsgesetz und Tierhaltungssubventionen erfordern weitere Verhandlungen.
Die für September geplante Düngestrategie wird der nächste Schritt sein, um verbleibende Unsicherheiten vor der Saison 2027 zu klären.






