Agrarminister fordern mehr Planungssicherheit und psychologische Hilfe für Landwirte
Leon SchröderAgrarminister fordern mehr Planungssicherheit und psychologische Hilfe für Landwirte
Die Agrarminister der deutschen Bundesländer haben sich zu einem Treffen zusammengeschlossen, um drängende Herausforderungen in der Landwirtschaft zu bewältigen. Im Mittelpunkt der Gespräche standen rechtliche Absicherungen für besonders tiergerechte Stallanlagen, psychologische Hilfsangebote für Landwirtinnen und Landwirte sowie Forderungen nach einer flexibleren Düngeverordnung. Zudem wurden Ausnahmen vom Mindestlohn und verstärkte Investitionen in die Biogasproduktion diskutiert.
Die von CDU und CSU geführten Agrarressorts bestätigten, dass neu gebaute oder modernisierte, besonders tiergerechte Ställe mindestens 20 Jahre lang rechtlich geschützt werden sollen. Damit soll Landwirtinnen und Landwirten langfristige Planungssicherheit und finanzielle Stabilität geboten werden.
Gleichzeitig forderten die Bundesländer eine bundesweite Studie zu Suiziden und psychischer Gesundheit in der Landwirtschaft. Die Ergebnisse sollen gezielte Unterstützungsangebote und Präventionsmaßnahmen ermöglichen. In Baden-Württemberg gibt es bereits die Initiative InVerantwortung, die Landwirtinnen, Landwirten und Winzern in Krisensituationen hilft und auf die psychischen Belastungen in der Branche aufmerksam macht.
Die Minister sprachen sich zudem für eine überarbeitete Düngeverordnung aus, die Bürokratie abaut und die Nitratbelastung direkt an der Quelle reduziert. Vereinfachte Zulassungsverfahren für Pflanzenschutzmittel und entschärfte Düngeregeln standen ebenfalls auf der Agenda – mit dem Ziel, die Vorschriften praxistauglicher zu gestalten.
Baden-Württemberg und der Deutsche Bauernverband drängten die Bundesregierung, flexible Mindestlöhne für Saisonarbeitskräfte in der Landwirtschaft zuzulassen. Bis Anfang 2026 sollen Ausnahmeregelungen greifen, wobei die CDU noch in diesem Jahr experimentelle Regelungen vorschlägt. Bisher hat die Bundesregierung jedoch keine konkreten Schritte eingeleitet.
Minister Peter Hauk betonte die Notwendigkeit einer stärkeren Förderung von Biogas, das die Abhängigkeit von importierten fossilen Brennstoffen verringern und das Stromnetz stabilisieren könnte. Er forderte ein Biomasse-Paket 2.0, um das Erneuerbare-Energien-Gesetz zu modernisieren und besser an die praktischen Erfordernisse anzupassen.
Die Konferenz machte deutlich, dass auf mehreren Ebenen gehandelt werden muss – bei rechtlichen Rahmenbedingungen, psychologischer Unterstützung und regulatorischen Reformen. Ohne Veränderungen sehen sich deutsche Landwirtinnen und Landwirte weiterhin wachsendem Wettbewerbsdruck und betrieblichen Herausforderungen ausgesetzt. Die nächsten Schritte der Bundesregierung werden zeigen, wie es mit den Vorschlägen weitergeht.






