540-Millionen-Deal: Bundeswehr kauft Kampfdrohnen von Thiel-gefördertem Rüstungsunternehmen
Lotta Schneider540-Millionen-Deal: Bundeswehr kauft Kampfdrohnen von Thiel-gefördertem Rüstungsunternehmen
Der deutsche Verteidigungshaushalt nimmt eine umstrittene Wende: Ein 540-Millionen-Euro-Deal für Kampfdrohnen sorgt für Diskussionen. Der Haushaltsausschuss des Bundestags gab grünes Licht für den Kauf bei den deutschen Unternehmen Helsing und Stark Defence. Kritiker, darunter die Grünen und die Linkspartei, äußern jedoch Bedenken gegen die Vereinbarung.
Zu den Investoren von Stark Defence zählt der Tech-Milliardär Peter Thiel, dessen Beteiligung die Debatte zusätzlich anheizt.
Der Deal markiert die erste große Investition der Bundeswehr in bewaffnete Drohnen aus heimischer Produktion. Helsing und Stark Defence werden die Systeme liefern, wobei Stark Defence besonders wegen seiner finanziellen Unterstützer in den Fokus rückt.
Peter Thiel, eine prägende Figur im Silicon Valley, hält über seine private Investmentfirma Thiel Capital einen einstelligen Anteil an Stark Defence. Sein Portfolio reicht weit über den Rüstungssektor hinaus: Über den Founders Fund ist er an Unternehmen wie SpaceX, Neuralink, Airbnb und Spotify beteiligt. Doch seine Investitionen mit militärischem Bezug stechen hervor – darunter Palantir, Anduril, Shield AI, Hadrian und Rios, die allesamt in den Bereichen Verteidigung oder Drohnentechnologie tätig sind.
Thiels Engagement in der Branche reicht bis ins Jahr 2003 zurück, als er Palantir mitgründete, ein Unternehmen für Datenanalyse, das Militär- und Geheimdienste beliefert. Andere seiner Projekte, wie Anduril, entwickeln KI-gesteuerte Drohnen für die US-Regierung – ähnlich den Produkten von Stark Defence. Selbst die Namen seiner Investmentvehikel, Valar und Mithril, spiegeln seine Vorliebe für J.R.R. Tolkiens "Herr der Ringe" wider.
Die politischen Verbindungen des Milliardärs, etwa seine Unterstützung für Donald Trump, haben die kritische Auseinandersetzung weiter befeuert. Auch seine Kontakte zu umstrittenen Persönlichkeiten wie Jeffrey Epstein – über eine frühere Beteiligung an der Bank N26 – sind in den Blick geraten. Trotz aller Kritik läuft der Drohnen-Deal jedoch wie geplant: Stark Defence soll eine Schlüsselrolle bei der Modernisierung der deutschen Verteidigung spielen.
Der 540-Millionen-Euro-Vertrag wird trotz des Widerstands politischer Gruppen umgesetzt. Die Drohnen von Stark Defence werden in den Dienst der Bundeswehr gestellt – mitfinanziert durch Thiels Investitionen. Der Deal unterstreicht Deutschlands Bestreben, die eigene Rüstungsindustrie zu stärken, und zeigt zugleich den wachsenden Einfluss von Tech-Investoren auf die militärische Beschaffung.






